Auf der Zielgeraden abgefangen

1953
1954


Richard Kreß
Mit Hubert Schieth verlässt ein erfolgreicher Torjäger die Eintracht, der es in 103 Oberligaspielen mit dem Adler auf der Brust auf stolze 45 Treffer gebracht hatte. Weitere Abgänge sind unter anderem Joachim Jänisch und Herbert Kesper. Kompensiert werden sollen diese Verluste durch zwei neue Offensivkräfte: Hans Weilbächer wird von Trainer Windmann vom Amateurkader in den Spielerkreis der ersten Mannschaft übernommen. Und aus Fulda kommt vom Amateurligisten FV Horas ein bereits 28-jähriger Flügelspieler, der aufgrund seiner Schnelligkeit den Spitznamen "Blitz von Horas" trägt. Sein Name: Richard Kreß. Zudem wechselt Verteidiger Alfons 'Ali' Remlein von der TSG Ulm 1846 an den Main. Diese drei Neuzugänge werden sich im Laufe der Oberligasaison als echte Verstärkungen herausstellen. Weilbächer und Kreß laufen in allen 30 Ligaspielen auf, wobei Kreß mit 17 Treffern erfolgreichster Torschütze der Eintracht wird. Remlein kommt 27 Mal zum Einsatz.

Als Titelverteidiger zählt die Eintracht in der Saison 53/54 der Oberliga Süd als Mitfavorit. Und es gelingt ein Traumstart mit 13:1 Punkten aus den ersten sieben Spielen, darunter der Derbysieg beim FSV (6:0), den 'Der neue Sport' mit der Schlagzeile 'Eintrachts Champagner-Fußball' würdigt, sowie ein grandioses 7:0 gegen die Stuttgarter Kickers. Bis zur Halbzeit der Punktrunde stehen schließlich 24:6 Punkte und nur eine Niederlage beim VfB Stuttgart (0:1) zu Buche, die Schwaben sind mit einem Punkt Rückstand ebenfalls der schärfste Verfolger des Herbstmeisters Eintracht.


Hans Weilbächer

Auch der Start in die Rückrunde gelingt mit 7:1 Punkten trefflich, doch dann folgt der Einbruch: Drei Niederlagen in Folge kosten den ersten Tabellenplatz. Der kann zwar gegen den direkten Konkurrenten VfB Stuttgart am 23. Spieltag durch einen 5:0-Sieg umgehend zurückerobert werden, doch ebenso schnell rutscht man nach dem nächsten Spiel und einem 2:5 in Karlsruhe wieder von der Rolle des Gejagten in die des Jägers. Am vorletzten Spieltag haben die Riederwälder die große Chance, aufgrund des besseren Torverhältnisses an den mit zwei Punkten Vorsprung führenden Stuttgartern vorbeizuziehen und aus eigener Kraft den Titel des Süddeutschen Meisters zu verteidigen. Der VfB erfüllt aus Frankfurter Sicht auch seinen Part und verliert in Offenbach glatt mit 0:4, doch die Eintracht kommt im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg nicht über ein 2:2 hinaus. Die Hoffnung, dass der VfB in seinem finalen Heimspiel gegen die Waldhöfer noch einen Punkt abgibt, erfüllt sich ebenfalls nicht. So wird die Eintracht in der Endabrechnung trotz des 2:0-Sieges bei Jahn Regensburg mit 42:18 Punkten und 70:31 Toren lediglich Zweiter.


Eine Woche nach Abschluss der Oberliga empfangen
Bechtold, Heilig und Henig den CR Flamengo aus Rio
de Janeiro zu einem Freundschaftsspiel (1:1)

Der Titel geht an den VfB Stuttgart, der zudem durch ein 1:0 nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln den DFB-Pokal gewinnt. Davon profitiert auch die Eintracht, die daraufhin als Süd-Zweiter in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft nachrückt, die wegen der anstehenden Weltmeisterschaft in der Schweiz lediglich von sechs Mannschaften bestritten wird: den fünf Oberliga-Meistern sowie dem Pokalsieger. In zwei Gruppen werden die Endspielteilnehmer in einer einfachen Punktrunde auf neutralen Plätzen ermittelt, die Eintracht hat dabei aber wenig Fortune und scheidet nach unglücklichen Niederlagen gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:1) und den 1. FC Köln (2:3) aus.

Für Alfred Pfaff ist die Saison aber dennoch noch nicht zu Ende - er gehört zum Aufgebot des DFB für die WM '54, schießt beim Vorrundenspiel gegen Ungarn (3:8) ein Tor und kehrt als Weltmeister aus der Schweiz zurück.

 

 

 
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© text by fg