Endlich wieder daheim

1952
1953


Einweihung des neuen Stadions am Riederwald
Nachdem die Eintracht seit Kriegsende für ihre Heimspiele auf fremde Plätze ausweichen musste, ist es am 17. August 1952 so weit: Eine Woche vor Beginn der Oberligasaison wird der neue Riederwald mit einem Spiel gegen die ägyptische Nationalmannschaft (1:4) feierlich eröffnet. Vorgestellt werden dabei auch drei neue Spieler: Vom Hamburger SV kommt Erich Ebeling, von der Alemannia aus Aachen Erich Dziwoki und vom Rheydter SV Heinz Dokter. Den Verein verlassen Willi 'Scheppe' Kraus und Ludwig Kolb, Alfred 'Bubi' Kraus, der bereits 1940 sein erstes Pflichtspiel für die Ligamannschaft der Eintracht absolvierte, beendet seine aktive Laufbahn.

Und es scheint, dass das neue Stadion beflügelt – die Eintracht ist die dominierende Mannschaft der Hinrunde in der Oberliga Süd. Im ersten Oberligaspiel auf dem neuen Platz wird die SpVgg Fürth mit 4:1 besiegt. Zwar geht die nächste Partie beim FC Bayern München mit 1:3 verloren, dies bleibt aber lange die einzige Niederlage. Mit vier Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten wird die erste Halbserie abgeschlossen, der am 8. Spieltag erreichte erste Platz in der Liga souverän verteidigt.

Zu Weihnachten zieht es die Eintracht für zwei Wochen zum Gegenbesuch nach Ägypten. Politisch bewegt man sich bei dieser Reise auf recht dünnem Eis, denn erst im Juli 1952 wurde dort König Faruk durch einen unblutigen Militärputsch entmachtet und sein sechs Monate alter Sohn Fu'ad zum formalen Nachfolger erklärt. General Muhammad Nagib wurde Präsident, der Offizier Gamal Abdel Nasser sein Ministerpräsident. Sportlich ist die Tour, bei der man zwei Siege und zwei Unentschieden erspielt, aber durchaus ein Erfolg.

Mit drei Auswärtsniederlagen in Folge Anfang der Rückrunde verspielt die Eintracht ihren Vorsprung und muss die Tabellenführung am 21. Spieltag kurzzeitig an den am 16. Oktober 1952 aus der Fusion von KFC Phoenix (Phoenix Alemannia) und VfB Mühlburg hervorgegangenen Karlsruher SC abtreten. Doch die Mannschaft um Kapitän Bechtold zeigt Charakter, gewinnt vier Spiele in Folge und setzt sich wieder an die Spitze. In den letzten fünf Spielen der Runde gelingt nur ein Sieg – der aber ist umso wichtiger: Am vorletzten Spieltag wird mit dem KSC ein direkter Konkurrent um die Süddeutsche Meisterschaft mit 4:1 besiegt. Damit steht die Eintracht vorzeitig als Süddeutscher Meister fest und bleibt die Spielzeit über am heimischen Riederwald unbesiegt.


Die beiden Kapitäne Adolf Bechtold
(Eintracht) und Fritz Walter (Kaiserslautern)

Der Start in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft gelingt mit zwei Siegen gegen den 1. FC Köln (2:0) und bei Holstein Kiel (1:0) optimal. Am dritten Spieltag gibt es jedoch vor 70.000 Zuschauern im Stadion gegen den 1. FC Kaiserslautern eine unglückliche 0:1-Niederlage, bei der Wloka einen Schuss von Othmar Walter zum einzigen Tor des Tages abfälscht. Eine klare Sache wird dann das Rückspiel gegen die Lauterer in Ludwigshafen, das die Eintracht mit 1:5 verliert. Durch einen 4:1 Heimsieg gegen Kiel und ein 0:0 in Köln sichern sich die Riederwälder in ihrer Gruppe aber einen guten 2. Platz.

Notiz am Rande: Im letzten Spiel der Saison - der Freundschaftsbegegnung gegen den TuS Neuendorf - kommen der 18-jährige Hans Weilbächer und der erst 17 Jahre alte Hermann 'Stift' Höfer zum Einsatz. Diese beiden hoffnungsvollen Nachwuchsspieler werden für die 1. Mannschaft der Eintracht bis in die 1960er Jahre regelmäßig auflaufen.

 

 

 
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© text by fg