Heimstärke auf fremden Plätzen

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1952

Trainer Windmann kann zur Saison 51/52 einige neue Spieler begrüßen: Aus Oberbayern wechselt Alexander Rothuber als neuer zweiter Torwart hinter Helmut Henig an den Main und von der SpVgg Griesheim kommt Joachim Jänisch, der sich mit zwölf Ligatreffern als treffsicherster Eintrachtler erweisen wird. Weiterhin tragen fortan auch Hermann Hesse von der SpVgg Oberrad und Erich Geier vom VfB Friedberg den Adler auf der Brust. Den Verein verlassen im Gegenzug Walther Giller, Fritz Zänger und Walfried Fischer.


Dicht an dicht gedrängt erwarten die
Zuschauer in Dresden die Gäste aus Frankfurt

Erste regionale und auch gesamtdeutsche Schlagzeilen schreibt die Eintracht auf dem Platz schon im Vorfeld der Punktrunde. Zunächst präsentiert man sich als Gast beim Jubiläum "50 Jahre Rot-Weiß Frankfurt" torfreudig und siegt mit 6:2. Eine Woche vor Ligastart reist die Mannschaft dann per Zug nach Dresden, um dort vor 20.000 Zuschauern gegen Turbine Erfurt anzutreten und mit 3:1 zu gewinnen.

Mit dem Start der neuen Oberligasaison zeigt sich, dass die erfolgreiche USA-Reise zum Abschluss der letzten Spielzeit nicht nur die internationale Reputation der Eintracht verbessert, sondern auch zum Selbstvertrauen beigetragen hat. Mit einer Serie von vier Siegen in Folge starten die Adlerträger in die durch vier Absteiger und nur zwei Aufsteiger (Stuttgarter Kickers, Viktoria Aschaffenburg) wieder auf 16 teilnehmende Mannschaften reduzierte Punktrunde. Desaströs wirkt sich dann allerdings die Auswärtsschwäche aus. Nach dem 1:0-Sieg beim FC Bayern München am 4. Spieltag verlieren die Riederwälder bis zum Ende der ersten Halbserie in Folge sechs Spiele in der Fremde, und das oft sehr deutlich (0:4 in Nürnberg, 2:7 in Mühlburg und 1:4 in Schweinfurt). Und da auch zuhause etliche Punkte durch Unentschieden liegengelassen werden, reicht es bis zur kurzen Winterpause nur zu 15:15 Punkten und einem 7. Platz.


Pfaff und Geier zusammen mit den Schweden Gren
und Nordahl, die zusammen mit Liedholm den
legendären Gre-No-Li-Sturm der Mailänder bilden

Zum Rückrundenstart zeigt sich die Eintracht gut erholt, kann sich in den ersten vier Spielen 7 von 8 möglichen Punkten sichern und klettert in der Tabelle auf den vierten Rang. Vor allem aufgrund der Heimstärke - in den letzten fünf Heimspielen gibt es fünf Siege ohne ein einziges Gegentor - kann dieser Platz bis zum Saisonschluss gehalten werden. Zu diesem Zeitpunkt hat man sich bereits vom Bornheimer Hang verabschiedet, der sechs Jahre lang als Ausweichspielstätte fungierte. Bis zur geplanten Fertigstellung des neuen Riederwalds im August '52 weicht man ab Mitte März als Gast von Rot-Weiß Frankfurt auf den Sportplatz am Brentanobad aus.

Dort finden unter anderem die Heimspiele um den Süddeutschen Pokal statt. Diese Qualifikation für den bundesweiten Pokalwettbewerb, bei dem erstmals nach dem 2. Weltkrieg wieder ein deutscher Pokalsieger ermittelt wird, findet in Form von Gruppenspielen gegen fünf Gegner mit jeweiligem Hin- und Rückspiel statt. Hier belegt die Eintracht den zweiten Platz, allerdings qualifiziert sich nur der Erste für den DFB-Vereinspokal 1952/53. Höhepunkt des Saisonabschlusses ist ein Freundschaftsspiel gegen den AC Mailand: Vor 30.000 Zuschauern im Waldstadion gelingt gegen die hoch favorisierten Italiener ein 1:1.

 

 

 
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© text by fg