Gelungene internationale Imagepflege |
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| 1950 |
Statt des erfolglosen Walter Hollstein soll in der neuen Spielzeit der zuvor in der bayrischen Landesliga tätige Kurt Windmann die Eintracht in die Erfolgsspur bringen. Dabei steht ihm ein gegenüber der Vorsaison weitgehend identisches Personal zur Verfügung, denn Spielausschussvorsitzender Willi Balles hat den Kader nur verhalten ergänzt. So kommen unter anderen Roland Schmitt aus Würzburg und Fritz Zänger von Rot-Weiß Frankfurt.
Durch Eingliederung der Liga aus der französischen Zone startet die Oberliga Süd mit 18 Mannschaften, von denen vier absteigen müssen. Mangels eigenen Platzes tritt die Eintracht zu Heimspielen wiederum am Bornheimer Hang an. Lediglich das Heimspiel gegen den FSV wird im Waldstadion ausgetragen. Läuft das Ligageschehen weitgehend unspektakulär und sieht die Eintracht durchgängig auf einem Platz im Mittelfeld der Liga, sorgen die Adler international für Furore: Auf einem Kurztrip nach Spanien zu Weihnachten - die erste Reise ins Ausland seit mehr als 15 Jahren - tritt sie am Heiligen Abend in Madrid gegen das um Spieler von Real verstärkte Atlético an und siegt vor 45.000 Zuschauern sensationell mit 4:3. Zwar gibt es schon einen Tag später eine 3:5-Niederlage gegen den aktuellen Tabellenführer in Spanien, den FC Sevilla - die Aufzeichnung des Spiels gegen Atlético, das es in dieser Spielzeit noch zu Meisterehren bringen wird, füllt aber noch Ende Januar die Kinos in der spanischen Hauptstadt. Zudem erhalten Alfred Pfaff und Torhüter Helmut Henig Angebote von den Madrilenen, die beide aber dankend ablehnen.
Nach der Kür in Spanien folgt die Pflicht auf süddeutschen Fußballplätzen. Aber auch in der zweiten Saisonhälfte kann die Eintracht nicht in den Kampf um die Spitzenplätze der Oberliga Süd eingreifen, gerät aber zumindest trotz obligatorischer Rückrundenkrise und acht sieglosen Spielen in Folge nicht wie in den beiden Spielzeiten zuvor in Abstiegsgefahr. Zu Saisonabschluss rangieren die Adler mit ausgeglichenem Punkteverhältnis von 34:34 auf dem achten Rang. Bei Heimspielen ist man zwar ungeschlagen geblieben, konnte aber acht Mal nur mit einem Unentschieden den Platz verlassen. Überhaupt ist die Eintracht in dieser Ligasaison mit zehn Remis die Königin der Punkteteilung. Am 2. Mai 1951 geht es auf Einladung des Deutsch-Amerikanischen Fußballbundes DAFB per Flugzeug nach New York. Initiiert wurde diese Reise durch den DAFB-Ehrenpräsidenten August Steuer, der in Großheubach bei Miltenberg geboren wurde und der Eintracht schon seit seiner Kindheit verbunden ist. Insgesamt acht Spiele trägt die Eintracht auf ihrer
USA-Tour aus. Die erste Partie gegen eine Auswahlelf des DAFB endet vor
24.000 Zuschauern mit einem 5:2 für die SGE, die den Verlierern zum
Trost 15 Dosen Frankfurter Würstchen überreicht. Dann geht es
über Buffalo, wo man gegen die Western New York All Stars mit 13:1
gewinnt, nach Toledo, wo das Spiel gegen die Ohio-Michigan All-Stars 5:1
gewonnen wird. Anschließend gibt es in St. Louis gegen die Zenthoefer
Furs eine 1:2-Niederlage, ehe die Midwest Allstars in Milwaukee mit 5:0
Nicht nur im sportlichen Auftreten hat die Eintracht in der Neuen Welt überzeugt, sondern sie hat auch ein wenig dazu beigetragen, das durch den 2. Weltkrieg zementierte negative Image der 'ugly Germans' zu verbessern. Einige Wochen nach der Rückkehr trifft dann zur Freude der Eintrachtler ein Scheck des DAFB über 50.000 Dollar ein, die aus Antrittsgeldern und Spenden zusammengekommen sind und die für den Bau einer neuen Tribüne am Riederwald verwendet werden sollen.
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© text by fg