Enttäuschte Erwartungen

1955
1956


Die Neuzugänge Feigenspan, Schymik,
Heitkamp und Horst Bechtold
Vier neue Spieler stellen sich zum Saisonbeginn 55/56 am Riederwald vor: Horst Bechtold vom SV Nieder-Wöllstadt, Eckehard Feigenspan vom VfB Friedberg, Werner Heitkamp vom FC St. Pauli und Eberhard Schymik vom 1. FC Gelnhausen. Den Verein verlässt Erich Dziwoki, der zum Meidericher SV wechselt, Kurt Krömmelbein lässt sich reamateurisieren. Verzichten muss die Eintracht auch auf Stammtorhüter Egon Loy, der sich in der Vorbereitung schwer verletzt und für ein halbes Jahr von Alexander Rothuber vertreten wird. Im September gibt es zudem Wechsel in der Vereinsführung: Rudi Gramlich übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden von Dr. Keller, Ernst Berger löst Willi Balles als Spielausschussvorsitzender ab.

Nach der verpassten Endrundenteilnahme in der letzten Saison will es die Eintracht dieses Mal besser machen, und 'Der neue Sport' traut es den Riederwäldern zu: "Ohne Zweifel wird die Eintracht wieder zur Spitzengruppe zählen, sie verfügt über ein ausreichendes Spielermaterial und über Ersatzleute, die alles andere als Ersatz sind. Gelingt es, sich von einem etwas schablonenhaften Sturmspiel freizumachen, dann haben die Riederwälder die besten Aussichten auf den Titel."


Schneebedeckter Bornheimer
Hang im Februar: FSV und
Eintracht trennen sich 1:1

Anfangs scheint es, als solle die Mannschaft den Erwartungen gerecht werden: Die ersten drei Oberligaspiele bringen drei Siege gegen 1860 München (3:0), bei den Stuttgarter Kickers (5:3) und gegen den VfR Mannheim (5:3). Nach einer 0:1-Niederlage gegen den FSV gerät die Eintracht allerdings ins Trudeln: In den nächsten vier Spielen kann lediglich ein einziger Punkt ergattert werden, so dass man nur noch einen Punkt vom vorletzten Platz entfernt ist. Durch drei Siege bei zwei Niederlagen in den letzten fünf Partien der Vorrunde wird das Abstiegsgespenst am Riederwald zwar verjagt, zu mehr als einem ausgeglichenen Punktverhältnis und dem 7. Tabellenrang reicht es aber nicht.

Im Januar zieht die Vereinsleitung die Konsequenzen aus der unbefriedigenden sportlichen Situation und erklärt, dass Windmanns Vertrag nach dem Auslaufen zu Saisonende nicht verlängert werde. An der Tabellensituation der Eintracht ändert sich in der Rückrunde freilich wenig, am Ende der Oberliga-Spielzeit belegen die Riederwälder mit 31:29 Punkten und 56:49 Toren den 6. Platz.

Bereits im März wird bekannt, dass der Wiener Adolf Patek in der neuen Saison die Trainingsleitung am Riederwald übernehmen wird. Patek ist zu diesem Zeitpunkt noch Trainer des Karlsruher SC, der sich den Titel des Süddeutschen Meisters sichern kann und bis ins Endspiel um die deutsche Meisterschaft vordringt, wo er 2:4 gegen Borussia Dortmund verliert.

^Zum Ausklang der missratenen Saison sollen die Zuschauer noch durch mehrere Freundschaftsspiele gegen international renommierte Gegner versöhnt werden. Doch die enden in vier Niederlagen gegen Rampla Juniors Montevideo (0:2), Newcastle United (1:2 mit einer gemischten Mannschaft aus Spielern von Eintracht und FSV), Vörös Lobogo (i. e. MTK Budapest, 1:5) und Dynamo Zagreb (0:2, ebenfalls als Kombination Eintracht/FSV). Zudem erlebt der Riederwald am 4. Juni 1956 eine Premiere: Erstmals wird ein Spiel in Frankfurt unter Flutlicht ausgetragen - die Eintracht und eine britische Armeeauswahl trennen sich unter dem Licht geliehener Filmstudio-Scheinwerfer mit 2:2.

Parallel spielt die Eintracht in der Oberliga-Vergleichsrunde und kann zumindest einen kleinen Erfolg verbuchen. In einer Gruppe mit Arminia Hannover, Alemannia Aachen, FK Pirmasens, Viktoria Aschaffenburg und TuS Neuendorf hat man nach acht von zehn Spielen noch Aussichten auf den Gruppensieg. Platz. Diese Entscheidung ist allerdings auf die nächste Saison vertagt, da die beiden letzten Partien auf Termine im August '56 angesetzt sind.

 

 

 
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© text by fg