Anschluss an die Spitze

1926
1927

Mit zehn Mannschaften startet die Bezirksliga Main Anfang September in die neue Spielzeit. Favorit ist der Meister der Vorjahre, der FSV Frankfurt, aber auch der Eintracht, die sich mit dem Stürmer Bernhard Kellerhoff von Schwarz-Weiß Essen verstärkt hat, wird eine gute Rolle zugetraut.

Entsprechend selbstbewusst präsentiert sich die Mannschaft und kann in den ersten sechs Spielen fünf Siege und ein Unentschieden verbuchen, bevor es am siebten Spieltag im Derby gegen den FSV zu einem 2:3 und damit zur ersten Saisonniederlage kommt. In den beiden kommenden Partien gegen Rot-Weiß Frankfurt (2:1) und Spitzenreiter Kickers Offenbach (2:0) festigt die Eintracht aber erneut ihren Anspruch, um den Titel mitzuspielen. Beim Rückspiel gegen den FSV, der als Tabellenführer zwei Punkte Vorsprung aufweist, kommt es am zweiten Weihnachtsfeiertag 1926 zu einer Vorentscheidung. Vor 15.000 Zuschauern präsentiert sich die Eintracht überlegen, muss aber kurz vor Schluss das einzige Tor des Tages hinnehmen und verliert 0:1.


Nachkoloriertes Sammelbild der Zigaretten-
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Der zweite Platz in der Abschlusstabelle ist den Riederwäldern aber trotz dieser Niederlage nicht mehr zu nehmen, denn zwei Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung vor dem Dritten, Rot-Weiß Frankfurt, fünf Punkte. Und mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen bei Rot-Weiß (3:2) und in Offenbach (2:0) bauen die Riederwälder dieses Punktepolster dann sogar noch auf acht Zähler aus. Mit 28:8 Punkten hat man sich damit klar für die 'Runde der Zweiten' in Süddeutschland qualifiziert.

Ausgetragen wird diese Trostrunde von fünf Mannschaften, neben der Eintracht sind dies 1860 München, der VfR Mannheim, der SV Saarbrücken und der Karlsruher FV. In den Hin- und Rückspielen verliert die Eintracht zwar lediglich zwei Partien, verzeichnet aber auch nur zwei Siege beim FV Saarbrücken (3:1) und gegen 1860 München (2:1), so dass letztendlich der dritte Platz mit 8:8 Punkte erreicht wird.

Wie schon in der vorherigen Spielzeit nutzt man die zweite Saisonhälfte zu zahlreichen Freundschaftsspielen, die im Waldstadion ausgetragen werden. Red Star Olympique Paris kann dabei mit 5:3 besiegt werden, gegen Peñarol Montevideo aus Uruguay gibt es für die durch Spieler des FSV und von Rot-Weiß verstärkte Frankfurter Mannschaft ein 1:3 und gegen Blauw-Wit Amsterdam ein 3:4. Erwähnenswert ist zudem noch das Freundschaftsspiel beim VfB Leipzig am 4. Juni 1927, bei dem erstmals der Neuzugang für die nächste Saison, Karl Ehmer aus Kronberg, zum Einsatz kommt und fünf der sieben Eintrachttore erzielt.


Willy Pfeiffer

Trotz des sportlichen Erfolgs endet die Saison mit Misstönen. Im Freundschaftsspiel gegen den FSV am 25. Juni '27 kommt es zum Eklat. Nach 45 Minuten steht es noch 0:0, kurz nach der Pause geht der FSV in Führung. In der 65. Minute erhöht Brück auf 2:0, freilich nach einem klaren Handspiel, das der Schiedsrichter ignoriert. Der als Heißsporn bekannte Eintrachtler Willy Pfeiffer kann ob der Fehlentscheidung nur mit Mühe davon abgehalten werden, das Spiel abzubrechen. In der Folge wird das Spiel immer unsportlicher und härter, dem FSV gelingen noch zwei Tore. Als Eintracht-Torhüter Trumpp von FSV-Stürmer Wyck unfair angegangen wird und es zu Tumulten auf dem Spielfeld kommt, ist Choleriker Pfeiffer, der sich vom FSVler Robert Pache beleidigt fühlt, dann nicht mehr zu halten und tritt den Schweizer derart, dass sich dieser vom Feld tragen lässt. Pfeiffer wird daraufhin vom Platz gestellt, worauf er dem Schiedsrichter Prügel androht.

Für Pfeiffer haben diesen Ausraster ernste Konsequenzen: Er wird für den Tritt gegen Pache für ein Jahr und für die Schiedsrichterbedrohung für weiter zwei Monate gesperrt. Sein nächstes Pflichtspiel für die Eintracht wird er erst wieder im März 1929 absolvieren.

 

 

 
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© text by fg