An Germania 94 gescheitert

1921
1922

Die Spielzeit 21/22 bringt eine Premiere für die Eintracht: Erstmals wird mit dem ehemaligen ungarischen Spieler Izidor 'Dori' Kürschner ein hauptamtlicher Fußballtrainer am Riederwald angestellt, der sich zudem um die Förderung des Nachwuchses kümmern soll. Auch die Ligaoberen setzen auf Veränderung und nehmen eine Neueinteilung der Spielklassen vor. Die Eintracht tritt nun in der acht Mannschaften umfassenden Kreisliga Nordmain, Abteilung I an.

Freundschaftsspiel (3:3) der Eintracht
bei den Stuttgarter Kickers im März 1922

Schnell stellt sich allerdings heraus, dass die durch das neue Ligasystem zusammengebrachten Vereine allzu unterschiedlich in der Spielstärke sind - Mannschaften wie Borussia Frankfurt, FG 02 Seckbach oder der VfB Friedberg haben gegen renommierte Clubs wie Eintracht, FSV oder Hanau 93 kaum eine Chance. Dies spiegelt sich auch im Saisonverlauf wider: Erst am elften Spieltag muss die Eintracht im Derby beim FSV durch eine 1:2-Niederlage den ersten Punktverlust hinnehmen, der dann bis zum Saisonende auch der letzte bleibt. Leicht verschmerzen lässt sich die Niederlage gegen Germania Mörfelden (1:2) im Süddeutschen Pokal: Da man der ersten Mannschaft eine Pause gönnt und die unterrangigen Mannschaften Punktspiele austragen müssen, tritt in Mörfelden nur eine Notelf an.

Mit 26:2 Punkten wird die Eintracht überlegener Meister der Abteilung I und qualifiziert sich damit für die Entscheidungsspiele um die Kreismeisterschaft gegen den Ersten der zweiten Gruppe, Germania 94. 8.000 Zuschauer wollen Ende Januar das Hinspiel auf den Sandhöfer Wiesen sehen und erleben ein 2:2, das der Eintracht die besten Chancen eröffnet, sich im Rückspiel am Riederwald den Titel zu sichern. Ein Schneesturm ist die Ursache, dass die Entscheidung nochmals um eine Woche vertagt wird - das erste Spiel am Riederwald wird 18 Minuten vor Schluss beim Stand von 0:0 angebrochen.

Eine Woche später steht die Wiederholung an, und dieses Mal ist die Eintracht ohne Chance. Bereits zur Halbzeit liegt man 0:2 zurück, zum Ende der Partie steht es schließlich 1:4. Mit dem ersten Länderspiel auf Frankfurter Boden am 26. März 1922 erlebt der mit 38.000 Zuschauern ausverkaufte Riederwald dann noch einen weiteren Saisonhöhepunkt - Deutschland und die Schweiz trennen sich 2:2.

 

 

 

 
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© text by fg