Eintracht Frankfurt - FC Bayern München

Bundesliga 2013/2014 - 2. Spieltag

0:1 (0:1)

Termin: 17.08.2013, 15:30 Uhr
Zuschauer: 51.500
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore: 0:1 Mario Mandzukic (13.)

 

 

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Eintracht Frankfurt
FC Bayern München

 


  • Manuel Neuer
  • Philipp Lahm
  • Jerome Boateng
  • Dante
  • David Alaba
  • Bastian Schweinsteiger
  • Thomas Müller
  • Xherdan Shaqiri
  • Toni Kroos
  • Franck Ribery
  • Mario Mandzukic

 

Wechsel
Wechsel
  • Thiago für Xherdan Shaqiri (65.)
  • Arjen Robben für Thomas Müller (74.)
  • Rafinha für Toni Kroos (88.)
Trainer Trainer
  • Josep Guardiola

 

 

Der zwölfte Mann trägt Bayerntracht

“Das hat Narben hinterlassen, so wollen wir uns nicht noch einmal abschlachten lassen.“ Es wurde viel geredet nach der Klatsche von Berlin, erzählt Kapitän Schwegler, dem die zahllosen Analysen über die Gründe der Niederlage wohl inzwischen ebenso nerven wie den Trainer die entbrannte System-Diskussion. Dabei geht es doch gar nicht um die taktische Aufstellung: "Wir müssen so auftreten, wie man auftreten muss: Zweikampfstark, aggressiv und leidenschaftlich", erklärt Armin Veh, auch wenn die Hürde im ersten Saisonheimspiel eine elend hohe ist: “Thiago und Götze haben die Bayern so viel Geld gekostet wie meine ganze Mannschaft in zwei Jahren, natürlich sind wir da krasser Außenseiter. Aber auch als solcher kann man überraschen und einen Punkt holen. Wir wollen zeigen, dass wir dagegenhalten können. Wir wollen nicht destruktiv sein und zeigen, dass wir was können.“

Getreu diesem Motto wählt er gegen den Rekordmeister aus München eine defensive Grundordnung, in der Rode und Schwegler vor der Abwehr agieren und Aigner sowie Inui die Außenpositionen besetzen werden. In der Abwehr gibt Schröck sein Debüt auf der rechten Abwehrseite für Jung, der über Adduktorenprobleme klagt – die sich Tage später als Muskelfaserriss entpuppen werden - und Anderson rutscht anstelle von Russ in die Innenverteidigung. Änderungen gibt es auch im Sturm, Rosenthal muss mit Lakic auf die Ersatzbank und Joselu erhält vom Trainer gar eine Denkpause auf der Tribüne, so dass Flum und Meier sich in der Spitze abwechseln sollen.

Die Tränen treiben einem unterdessen die mahnenden Worte von Münchens neuem Trainer Pep Guardiola in die Augen, der von seiner seit 26 Spielen ungeschlagenen Mannschaft in Frankfurt eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem 3:1-Auftaktsieg gegen Mönchengladbach fordert: “Wir müssen unser Niveau noch steigern. Mit einer Leistung wie zuletzt werden wir nicht deutscher Meister!“ Aber mit einer Ersatzbank, auf der neben Robben auch die 62-Millionen-Neuzugänge Thiago und Götze sitzen, während Vorjahresrekordeinkauf Martinez nicht einmal im Kader steht. Dafür soll Shaqiri die rechte Außenbahn beackern und Martinez besetzt das Sturmzentrum.

Bestes Wetter, ausverkauftes Stadion, es ist alles angerichtet für die anstehende Wiedergutmachung der Eintracht gegen den Deutschen Meister. Der beginnt selbstbewusst und drängt die Gastgeber sogleich in die eigene Hälfte. Massiv stehen sie im Halbfeld, neben Rode und Schwegler sind auch Flum sowie Meier emsig damit beschäftigt, die Kreise der Bayern zu stören, während Schröck auf der rechten Seite zunächst kleinere Probleme mit Ribery hat. Immerhin zeigt sich die Eintracht mit einem Konter, nachdem Aigner einen Ball abfängt und zu Meier weiterleitet, der ihn nach links zu Inui spielt. Der zieht kurz an und völlig überraschend aus gut 20 Metern ab, aber Neuer kann den Flatterball ins linke Toreck zur Ecke klären (4.). Zu mehr reicht es allerdings nicht, die Münchener übernehmen mit konzentriertem Passspiel das Kommando und die Frankfurter sind mit der Abwehrarbeit mehr als ausgelastet.

Lange kann das nicht gutgehen, wieder kommen die Bayern über die linke Seite mit Dante und Ribery, der den Ball in den Lauf des aufrückenden Alaba spielt. Der flankt hoch in die Mitte, wo Kroos sich im Kopfballduell gegen Inui locker durchsetzt und die Kugel aus zwölf Metern an den rechten Pfosten setzt (9.). Der Druck bleibt hoch, vier Minuten später kann ein weiter Ball von Trapp und Oczipka abgefangen werden, der ein paar Schritte läuft, dann aber einen blöden Fehlpass spielt, der die Gäste sofort in Szene setzt. Lahm versetzt Rode mit einem Haken nach innen und zieht Richtung Strafraum. Anstatt nun auf Außen Müller zu verfolgen, hetzt der Gefoppte dem Nationalspieler hinterher, der die Kugel prompt zurück auf Müller legt. Der hat Zeit und flankt gefühlvoll an den Elfmeterpunkt, wo Mandzukic sich vor Schröck positioniert und das Leder aus der Drehung volley ins linke Toreck zimmert. Zum 1:0 für die Bayern (13.).

Auch nach der Führung bleiben die Gäste am Drücker und haben inzwischen rund 70 Prozent Ballbesitz. “Normalerweise ist es uns wichtig, viel Ballbesitz zu haben. Aber wir wollten nicht ins offene Messer laufen“, erklärt Armin Veh den defensiven Auftritt seiner Elf und ergänzt vor dem Hintergrund der jüngsten Klatsche: “Du musst eine eigene Stärke haben, wenn du gegen die Bayern pressen willst.“ So überlassen sie ihnen weiter das Mittelfeld und konzentrieren sich auf die Abwehrarbeit, an Konter ist zunächst nicht einmal zu denken. Die Gäste hingegen berauschen sich an ihrem Kombinationsspiel und versäumen es zum Glück, konsequent nachzusetzen, um die Führung auszubauen.

In der 23. Minute dürfen die Zuschauer dafür den ersten richtigen Angriff der Eintracht über Meier, Schröck und Rode bestaunen, der zurück auf Aigner legt. Die Flanke erreicht Meier, dessen Kopfball jedoch zu unplatziert ist, um Torhüter Neuer vor Probleme zu stellen. Die Bayern probieren es jetzt mit Einzelaktionen, Ribery treibt das Leder nach vorne, lässt am linken Strafraumeck Schröck aussteigen und prüft Trapp mit einem Schuss aus 17 Metern (25.). “In den ersten 15 Minuten hat die Abstimmung nicht so gepasst, auch der Rhythmus nicht. Ich musste erst mal reinkommen. Es ist extrem schwierig, Ribery in den Griff zu kriegen, der ist in der Form seines Lebens“, erklärt Schröck, der im Laufe des Spiels immer besser und dem Franzosen Saures geben wird. Wie zehn Minuten später, als er das Bein einfach mal stehen lässt. Kroos zirkelt den fälligen Freistoß an die Fünferlinie, wo Dante frei zum Abschluss kommt, aber aus fünf Metern in Trapp seinen Meister findet (33.). Das Publikum bedankt sich herzlich mit einem Pfeifkonzert, das Dante bei jedem Ballkontakt erfährt. Denn die Szene aus dem letzten Spiel ist unvergessen, als ihm ein Handspiel im Strafraum unterlief, er aber auf Nachfrage des Schiedsrichters jegliche Absicht vehement verneinte.

Zurück zum Spiel, in dem sich tatsächlich noch einmal eine Möglichkeit für die Eintracht ergibt, als Schröck sich die Kugel im Halbfeld erkämpft und im Zusammenspiel mit Meier nach vorne geht. Er sieht, dass Inui in der Mitte startet und spielt wunderbar in die Gasse, doch der Japaner lässt sich ohne Not nach rechts abdrängen, wo Alaba seine Karikatur eines Torschusses locker zur Ecke klärt. Dafür ist der Standard des Japaners umso genauer. Am linken Fünfereck steigt Flum hoch und köpft im hohen Bogen Richtung langes Eck. Neuer scheint geschlagen und Meier drückt den Ball kurz vor der Torlinie endgültig ins Tor (42.). Riesenjubel im Waldstadion, dann ungläubiges Entsetzen. Linienrichter Gorniak hat die Fahne gehoben und Schiedsrichter Gagelmann entscheidet auf Abseits, obwohl Boateng klar näher am Tor stand als der Torschütze. “Ich kann da nicht wegbleiben. Ich weiß ja nicht, ob er reingeht, vom Gefühl her war es kein Abseits“, meint Meier zu Recht, während Heribert Bruchhagen nach dem Spiel zürnen wird: “Wir hätten einen Punkt verdient gehabt, aber dazu bedarf es auch einer konzentrierten Linienrichter-Leistung. Es gab gar keinen Ansatz, die Fahne zu heben.“

So geht es mit dem knappen Rückstand in die Pause, die der Eintracht gut zu tun scheint. Denn mit Wut im Bauch beginnen sie den zweiten Abschnitt. Teilweise ruppig geht es nun zu, die Frankfurter agieren aggressiver und mutiger, ohne dass sich am Spielverlauf zunächst viel ändert. Aber der Einsatz stimmt und nach gut einer Stunde legen die Zuschauer noch ein Zahn zu, die Lautstärke schwillt ständig an, was nicht nur Schröck anspornt: “Einfach Wahnsinn, wie die uns getragen haben.“ So sieht es aus, Meier erobert sich den Ball am Mittelkreis, versetzt Boateng und passt in den Lauf von Inui, der in den Sechzehner durchbricht, dann aber die Übersicht verliert und aus extrem spitzem Winkel abzieht, obwohl ein Pass in die Mitte deutlich besser gewesen wäre (64.). Schade, aber hier geht noch was, wie auch die Bayern merken, bei denen inzwischen Thiago für Shaqiri gekommen ist. Armin Veh reagiert ebenfalls und bringt erst Rosenthal für Rode (71.), um kurz darauf Celozzi und Lakic für den matt wirkenden Schwegler sowie Inui einzuwechseln (78.). “Wir wussten, dass unsere Zeit kommen wird, wenn wir nicht das 0:2 fangen“, erklärt der Trainer.

So ist es. Das Spiel verlagert sich langsam aber sicher in Richtung Bayerntor und fast schlagen die beiden Neuen zu. Diesmal über Schröck, der sich immer öfter ins Spiel nach vorne einschaltet und erneut flankt. Celozzi trifft den Ball nicht richtig, so dass der Richtung linker Torpfosten trudelt. Lakic rauscht heran, aber Neuer ist eine Stollenbreite eher da und kann klären (79.). Es wird immer lauter, während das Spiel hin und her wogt. Der eingewechselte Robben trifft, steht zum Glück aber hauchzart im Abseits, Neuer muss nach einer Ecke Kopf und Kragen vor Aigner riskieren und Zambrano verwickelt sich mit Ribery in hitzige Privatduelle. Sie wollen den Ausgleich, das spürt jeder der Zuschauer, während die Bayern auf Zeit spielen und nur noch auf Konter lauern. Was fast klappt, als Ribery sich durchsetzt und quer auf Schweinsteiger spielt, der freistehend aus elf Metern aber Trapp nicht bezwingen kann (89.). Im direkten Gegenzug marschiert Oczipka auf links und spielt steil. Lakic spekuliert und geht hinterher, während Neuer sich vor dem Sechszehner mal wieder als Abwehrspieler beweisen will. Das geht natürlich schief, Lakic gewinnt das Duell, doch Dante kann den Schuss des Kroaten klären (90.).

Es läuft bereits die zweite Minute der Nachspielzeit läuft. Da wird ein Abschlag von Trapp durch Aigner in Richtung des aufs Tor zustrebenden Meier verlängert, dem Boateng und Dante hinterher hecheln. Meier muss ganz kurz abstoppen, um das Leder zu kontrollieren, so dass die Beiden “den Schlacks“ am Strafraumrand in die Zange nehmen können. Boateng stößt in vollem Tempo Meier in den Rücken, der das Gleichgewicht verliert, sich erst mühsam auf den Beinen hält, dann aber strauchelt und schließlich fällt, während der Ball in Manuel Neuers Arme springt. Klare Sache, das muss ein Elfmeter sein! Doch Schiedsrichter Gagelmann ist knallhart und entscheidet auf weiterspielen: “Meier wurde berührt, für mich war das aber nicht genug.“ Mit dieser Meinung steht er alleine da, selbst der Bayern-Trainer räumt ein, dass er “froh war, dass er nicht gepfiffen hat“, während Fans und der Frankfurter Trainer völlig zu Recht grollen: “Das war ein klarer Elfmeter. Normalerweise sagt man: Boateng darf da nicht so hingehen, aber bei Gagelmann durfte er heute.“ Auch Heribert Bruchhagen ist außer sich: “Jeder weiß, dass sich der Alex nie fallen lässt. Aber er wird in 400 Jahren keinen Elfmeter bekommen“, während der Gefoulte cool bleibt: "Ich bekomme einen Stoß, da kann ich schwer stehen bleiben. Ich weiß aber nicht, ob man da Elfmeter pfeifen muss.“

Die restlichen Sekunden gehen in einem martialischen Pfeifkonzert unter. Die Bayern gewinnen insgesamt verdient, aber am Ende eben auch mal wieder wegen des Schiedsrichters, was Aigner nach dem Schlusspfiff diesem auch mitteilt, um dafür die Gelbe Karte zu kassieren: “Der hat doch ein Bayern-Trikot an...“


Stimmen zum Spiel

Armin Veh: "Der Ausgleich wäre zu einem sehr guten Zeitpunkt gefallen, aber leider hatte der Linienrichter etwas dagegen. Es ist so schon schwer, was gegen Bayern zu holen. Wenn der Schiedsrichter dann ein Tor nicht gibt, das eins war, wird‘s noch schwerer. Wenn du so benachteiligt wirst, kannst du nicht gewinnen. Du brauchst auch mal eine richtige Entscheidung. Herr Gagelmann ist ein wirklich guter Schiedsrichter, aber diesmal hat er zweimal falsch entschieden.“

Finanzvorstand Axel Hellmann: “Heute haben wir tendenziell gegen zwölf Gegner gespielt. Da gibt es nichts zu diskutieren, es war ein klarer Elfmeter.“

Waldemar Hartmann im “Doppelpass“ zur Elfmeter-Szene: “Der Robben wäre nach ein paar Rollen erst an der Bande zum Liegen gekommen.“

Überschrift im “Donau-Kurier“: “Vielen Dank, Herr Gagelmann“


Vaclav Kadlec kommt nach zähen Verhandlungen zur Eintracht

Seit Juni war das ermüdende Tauziehen um den 21-jährigen Stürmer von Sparta Prag ein Thema für das Sommerloch, doch nun ist es soweit. Der Wechsel, der angeblich seit einigen Wochen feststeht, aber nicht verkündet werden durfte, ist in trockenen Tüchern: Vaclav Kadlec wechselt für eine Summe von wohl 3,2 Millionen Euro (plus einer Bonuszahlung am Ende der Saison im Nichtabstiegsfall) an den Main und unterschreibt am Tag nach der Niederlage gegen die Bayern einen Vier-Jahresvertrag.

Angesichts des Echos in den Medien warnt Bruno Hübner sogleich davor, in dem jungen Stürmer eine Art “Messi“ zu sehen: “Man sollte die Erwartungen niedrig halten, er muss ja erst mal die Bundesliga kennenlernen. Wir wollen ihn entwickeln, ihn auf Strecke aufbauen. Es wäre toll, wenn er uns gleich helfen könnte. Aber das muss nicht sein. Man muss Geduld haben. Man sollte nicht den hohen Aufwand gleich in Leistung umsetzen wollen.“ (tr)

 

 


 

 

Bericht und Fotos von www.eintracht.de:

Eintracht unterliegt FC Bayern knapp

Mit 0:1 (0:1) musste sich die Eintracht am 2. Bundesligaspieltag der Saison 2013/14 dem Branchenprimus Bayern München geschlagen geben. Das goldene Tor erzielte Mario Manzdukic bereits in der 13. Minute.

Nach dem 1:6-Debakel im ersten Saisonspiel in Berlin mischte Eintracht-Coach Armin Veh seine Startelf ordentlich durch. Bamba Anderson erhielt in der Innenverteidigung den Vorzug vor Marco Russ, Neuzugang Stephan Schröck ersetzte den angeschlagenen Sebastian Jung (Adduktorenprobleme). Im 4-4-2-System mit einer „flachen Vier“ bildeten Schwegler und Sebastian Rode die „Doppelsechs“, die ebenfalls neu aufgebotenen Stefan Aigner (rechts) und Takashi Inui (links) die offensive Flügelzange. Davor agierten Johannes Flum und Alexander Meier als „falsche“ Spitzen und sollten zwischen Mittelfeld und Angriff pendeln. Jan Rosenthal rotierte auf die Bank, für den Spanier Joselu war diesmal kein Platz im 18 Mann starken Aufgebot.

Bei bestem Sommerwetter im Stadtwald, fantastischer Kulisse und ausverkauftem Haus (51 500 Zuschauer) entwickelte sich in den ersten Minuten ein rassiges Duell, auf den stimmungsvollen Rängen wie auch auf dem Rasen. Den ersten wuchtigen Torschuss gab Inui in der 4. Minute ab, Nationalkeeper Manuel Neuer konnte parieren. Auf der anderen Seite köpfte Thomas Müller aus 13 Metern gefühlvoll aufs Tor und traf den rechten Außenpfosten (9.).

Rassiger Beginn von Beiden, aber die Bayern machen das frühe Tor

In der 13. Minute fiel dann aus Eintracht-Sicht das frühe Gegentor, das man gerne vermieden hätte: Müller hatte auf rechts zu viel Platz zum Flanken, die perfekte Hereingabe verwertete Mario Mandzukic im Fallen aus sechs Metern in der Mitte, wo er sich gegen Carlos Zambrano durchsetzte – Trapp im Kasten war ohne jede Abwehrchance.

Der FC Bayern hatte zwar zunehmend mehr Spielanteile und kombinierte über die ganze Breite des Platzes gefällig, doch die SGE brach Mitte der ersten Halbzeit keinesfalls ein, sondern präsentierte sich gerade im Mittelfeld zweikampfstark und zeigte einige kluge Spieleröffnungen und schnelles Umschalten bei Ballgewinn. Meier (22.) und Ribéry auf Bayern-Seite (25.) verzeichneten die nächsten Abschlüsse, die Torhüter aber parierten jeweils sicher. Ein Versuch aus der Distanz von Toni Kroos strich deutlich am Gehäuse vorbei (27.).

Bayern immer überlegener, Gagelmann pfeift reguläres SGE-Tor ab

Je länger sich die Partie dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Peter Gagelmann näherte, desto überlegener wurde der Rekordmeister aus München, der im ersten Abschnitt 72 Prozent Ballbesitz verbuchte. Kevin Trapp musste in der 33. Minute mit einer Wahnsinnsparade aus kürzester Distanz gegen Dante nach einem Freistoß von Kroos das frühzeitige 0:2 verhindern. Auch gegen Shaqiris Fernschuss war Trapp auf dem Posten (40.).

Großes Pech hatten die Adlerträger dann ihrerseits kurz vor der Pause. Einen Eckball von Inui köpfte Flum mit einer Bogenlampe aufs Tor, der Ball segelte aufs lange Eck, wo ihn Alex Meier über die Linie drückte – das Problem: Der Schiedsrichter entschied auf Abseits, eine Fehlentscheidung. Besonders bitter war dabei, dass die Kugel wohl auch ohne den Einsatz von Meier ins Netz gegangen wäre (42.). Im Gegenzug konnte der aufmerksame Bastian Oczipka gerade so vor dem einschussbereiten Thomas Müller klären und verhinderte so das zweite Gegentor (44.).

Mit dem letztlich verdienten Ergebnis von 1:0 für die insgesamt klar überlegenen Gäste pfiff Gagelmann zur Halbzeit.

Der zweite Durchgang begann ohne personelle Wechsel auf beiden Seiten – und mit dem ersten Ausrufezeichen der jetzt aggressiver und früher störenden Eintracht. Schröck führte einen Freistoß schnell aus auf Aigner, dessen scharfe Hereingabe von rechts am Kasten von Neuer vorbeisegelte (49.). Die Bayern brauchten ein paar Minuten, fanden dann aber wieder zu ihrem dominanten Kombinationsspiel zurück, dass es der Eintracht über 90 Minuten unheimlich schwer machte, auch nur an den Ball zu kommen.

Champions League-Sieger dominiert im zweiten Abschnitt

Es dauerte bis zur 64. Minute, ehe die SGE wieder mal in Strafraumnähe auftauchte: Meier bediente den startenden Inui, der aus spitzem Winkel gegen Boateng und Neuer aber nur einen Eckball herausholen konnte. Auf der Gegenseite zog Alaba vom linken Strafraumeck ab und verfehlte das Tor nur um Zentimenter (66.). In der 71. Minute musste Sebastian Rode angeschlagen vom Feld, für ihn kam Rosenthal in die Partie.

Getragen von den fulminanten und dauersingenden Fans auf den Rängen der Commerzbank-Arena bot die SGE Mitte der zweiten Hälfte eine kämpferisch tadellose Leistung, setzte immer wieder kleine Nadelstiche, einzig die echten Torgelegenheiten wollten gegen diesen Gegner einfach nicht herausspringen. Mit der Hereinnahme von Celozzi und Lakic für Schwegler und Inui versuchte Armin Veh noch einmal, neue Offensivreize zu setzen.

Eintracht kämpft aufopferungsvoll – aber es soll nicht sein

Dem FCB boten sich sogleich einige Kontergelegenheiten, aber sowohl Robben per Freistoß (86.) als auch Ribéry gegen den aufmerksamen Zambrano (88.) konnten den Ball im Netz nicht unterbringen. Schließlich scheiterte auch Schweinsteiger freistehend vor dem einmal mehr glänzend reagierenden Trapp (89.).

Zwei dicke Chancen gab es dann aber doch noch: Nach einem weiten Ball von Oczipka waren sich Neuer und Boateng außerhalb des Strafraums uneins, Nutznießer Lakic konnte den Ball aus gut 30 Metern und spitzem Winkel aber nicht mit Wucht aufs Tor bringen, Alaba bereinigte die Situation (89.). Am Ende konnte Alex Meier nach einem weiteren Faux-pas von Boateng sogar fast auf Neuer zulaufen, im letzten Moment wurde er von Dante und Boateng jedoch am Abschluss gehindert, Neuer konnte zupacken.

Am Ende blieb es beim alles in allem verdienten Erfolg der Bayern, die viele Chancen liegenließen, um den Sack zuzumachen. Die SGE konnte sich mit einer leidenschaftlichen, willigen und aggressiven Leistung für das 1:6 in Berlin rehabilitieren, auch wenn am Ende leider kein Punkt dabei heraussprang.

Am nächsten Donnerstag dann kehrt die Eintracht nach sieben Jahren auf die europäische Fußballbühne zurück: Zum Hinspiel der Euro League-Playoffs geht es nach Aserbaidschan zu Qarabag Agdam, ehe am nächsten Sonntag das Bundesligagastspiel bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig auf dem Programm steht.

 

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