SV Hattersheim (verstärkt) - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 2010/2011

0:14 (0:3)

Termin: Do 07.10.2010
Zuschauer: 1.200
Schiedsrichter:
Tore: 0:1 Ioannis Amanatidis (10.), 0:2 Alexander Meier (13.), 0:3 Ioannis Amanatidis (42.), 0:4 Theofanis Gekas (46.), 0:5 Benjamin Köhler (58.), 0:6 Benjamin Köhler (60.), 0:7 Ümit Korkmaz (74.), 0:8 Marcel Heller (75.), 0:9 Sonny Kittel (79.), 0:10 Marcel Heller (80.), 0:11 Patrick Ochs (82., Foulelfmeter), 0:12 Marcel Heller (85.), 0:13 Theofanis Gekas (87.), 0:14 Marcel Heller (90.)

 

"100 Jahre SV Hattersheim"

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SV Hattersheim (verstärkt) Eintracht Frankfurt

 


 

Wechsel
Wechsel
Trainer
  • Christian Kreil (FC Eddersheim)/Edwin Partenheimer (SV Hattersheim)
Trainer

 

 

Vierzehn Tore für einen guten Zweck

"Dass wir wegen der Länderspiele in der Bundesliga eine Pause haben, tut uns gut. Gerade die angeschlagenen Spieler können sich Zeit nehmen, um wieder fit zu werden", meint Michael Skibbe, der die spielfreie Zeit nutzt, um mit den verbliebenen Spielern Konditions- und Schnelligkeitseinheiten zu absolvieren. Unterdessen werden Tzavellas, Schwegler und Altintop mit ihren Nationalmannschaften je zwei EM-Qualifikationsspiele absolvieren, während Jung, Alvarez sowie Tosun Freundschaftsspiele mit der U21 bzw. U20-Nationalmannschaft bestreiten.

Nicht im Aufgebot für ihre Nationalmannschaften stehen Korkmaz und Fenin, die mit ihrem Reservistendasein ebenso unzufrieden sind wie Heller, der zuletzt nicht einmal mehr im Kader stand. "Wenn ich bei der Eintracht nicht spiele, dann kann ich auch nicht in der Nationalmannschaft spielen. Das ist eine logische Folge", meint Martin Fenin, der sich seit Monaten immer wieder mit Verletzungen herum quält und frustriert nachlegt: "Wenn ich bis zur Winterpause weiter nicht von Beginn an spiele, muss ich überlegen, was das Beste für mich ist." "Abwanderungsgedanken sind ein normaler Reflex bei jedem Profi, der mit seiner sportlichen Situation unzufrieden ist", erklärt der Trainer, um zu ergänzen: "Wir führen ja Buch über die Trainingsbeteiligung und Martin hat in dieser Runde erst an vierzig Prozent aller Einheiten teilnehmen können. Das ist kein Ruhmesblatt und da fällt es natürlich automatisch schwer, wie gewünscht in Schwung zu kommen."

Aber vielleicht gelingt es den Dreien ja heute, sich beim Trainer für das nächste Spiel in Kaiserslautern zu empfehlen, auch wenn der Gegner nur eine Stadtauswahl aus Hattersheim im Main-Taunus-Kreis ist. Denn die Eintracht gastiert zu einem Benefizspiel zugunsten der Leberecht-Stiftung "Kinder in Not" beim SV Hattersheim, der sein 100-jähriges Vereinsjubiläum feiert. "Sie müssen etwas zeigen, vor allem für ihr eigenes Selbstvertrauen. Martin würden mal sechs Tore gut tun und Ümit ein paar gelungene Dribblings", meint Michael Skibbe, um angesprochen auf ein Freundschaftsspiel aus dem August 1975 zu ergänzen: "So viele Tore schießen wir heute nicht." Damals erzielten Grabowski, Nickel und Hölzenbein alleine 24 der 30 Tore beim höchsten Sieg der Eintracht in den letzten 40 Jahren. Verzichten wird der Trainer heute auf Nikolov und Chris sowie auf Caio, der gerade erst eine Grippe überstanden hat. Auf ausdrücklichen Wunsch mitspielen wird hingegen Vasoski in der Abwehr neben Heller, Titsch-Rivero und Steinhöfer: "Das ist mir lieber als wieder alleine zu trainieren." Clark, Meier, Kittel und Korkmaz bilden das Mittelfeld hinter den beiden Spitzen Fenin und Amanatidis.


Amanatidis (Beve)

Vorrangiges Ziel der Hattersheimer Stadtauswahl, die aus Spielern des Kreisligisten SV Hattersheim, dem Kreisoberligisten Germania Okriftel, dem Gruppenligisten Türk Hattersheim sowie dem Verbandsligisten FC Eddersheim besteht, ist es, nicht zu viele Tore zu kassieren und wenigstens einen Treffer selbst zu erzielen, erzählt das Trainergespann Kreil (FC Eddersheim) und Partenheimer (SV Hattersheim) und zunächst scheint dies vor über 1200 Zuschauern auf dem Sportplatz am Karl-Eckl-Weg auch zu gelingen. Die Stadtauswahl zieht sich weit in die eigene Hälfte zurück und überlässt der Eintracht, die schwungvoll beginnt, weitgehend das Mittelfeld. So kann vor allem Kittel in der Anfangsphase einige Kabinettstückchen zeigen, die ihm in der Bundesliga wohl kein Verteidiger durchgehen lässt. Nach 10 Minuten ist es dann soweit - nach feinem Zuspiel von Fenin erzielt Amanatidis das 1:0 und drei Minuten später kann Meier auf 2:0 erhöhen.

Das war es zunächst mit der Herrlichkeit, zwar kommen die Adler auch in der Folgezeit zu einigen Torchancen, doch ein ums andere Mal scheitert der quirlige Amanatidis an Torhüter Deda oder am Aluminium. Heller und Korkmaz zeigen sich zwar bemüht, haben aber Probleme mit der immer besser stehenden Abwehr der Gastgeber und beim Flanken fehlt allzu oft die Genauigkeit. Zu allem Überfluss verletzt sich auch noch Fenin nach einem Tritt seines Gegenspielers und ist in der Folge mehr mit seinem lädierten Knie als mit dem Ball beschäftigt. Nach dem Spiel stellt sich heraus, dass sich der 23-Jährige eine Kapselzerrung im rechten Kniegelenk zugezogen hat, was Michael Skibbe sehr verärgert: "Es darf einfach nicht sein, dass bei solchen Spielen richtig gehackt wird." Dies ist etwas übertrieben, denn die Stadtauswahl verteidigt couragiert, aber nicht überhart. So dauert es bis zur 42. Spielminute, ehe Amanatidis mit seinem zweiten Treffer für die 3:0-Pausenführung sorgen kann.

Zur zweiten Halbzeit wechselt Hattersheim fast sein komplettes Team, während Trainer Skibbe fünf neue Spieler einsetzt. Anstelle von Fährmann hütet jetzt U19-Torwart Özer den Kasten, U23-Spieler Kevin Kraus ersetzt Vasoski und Ochs, Köhler sowie Gekas kommen für Titsch-Rivero, Meier und Fenin. Und die Auswechslungen tragen schnell Früchte, denn insbesondere Ochs auf der rechten Außenbahn ist kaum von seinem Gegenspieler zu halten. So erzielen Gekas (46.) und Köhler (58./60.) die 6:0-Führung, während die Stadtauswahl nun immer mehr Probleme mit der Geschwindigkeit der Profis bekommt. "Je länger das Spiel ging, umso weniger Kraft hatten wir", erzählt Levent Bozdag vom SV Hattersheim, den am Ende Krämpfe plagen. Clark hingegen muss sogar oberhalb der Augenbraue genäht werden, nachdem er sich bei einem Kopfballduell verletzt hatte. Für den 27-Jährigen kommt Franz in die Partie (65.).


Korkmaz in Aktion (Beve)

Dennoch kommen sie in der 70. Spielminute zu einer großen Chance, den Ehrentreffer zu erzielen, aber der Okrifteler Spielertrainer Danismaz setzt seinen Schuss nach Zuspiel von Dogramaci knapp neben das Tor. "Trotzdem war es eine tolle Sache. Ich habe noch nie gegen einen Bundesligisten gespielt. Man sieht einfach die Riesenunterschiede", erzählt Danismaz nach dem Spiel. Doch danach geht es Schlag auf Schlag, auch wenn der zur Pause ausgewechselte Torhüter nun als Stürmer aufs Feld kommt und die Stadtauswahl auf den Ehrentreffer drängt. Korkmaz (74.), Heller (75./80./85./90.), Kittel (79.), Ochs (82., Foulelfmeter) und Gekas (87.) sorgen schließlich für den 14:0-Endstand, mit dem auch der Trainer zufrieden ist: "Es war eine ordentliche Leistung. Aber grundsätzlich müssen wir uns Gedanken machen, ob es Sinn macht, gegen unterklassige Mannschaften zu spielen, wenn es so hart zur Sache geht. Energische Zweikämpfe wollen wir ja, aber nicht solche Aktionen wie gegen Fenin. Vor dem nächsten Spiel gegen Hanau werde ich mit dem Trainerkollegen und mit den gegnerischen Spielern sprechen."


Randnotiz

Unterdessen hat der zurzeit arbeitslose Torhüter Markus Pröll seinen Rechtstreit gegen die Eintracht vor dem Arbeitsgericht Frankfurt gewonnen. Der 31-Jährige, der von 2003 bis 2010 bei den Adlern insgesamt 105 Pflichtspiele bestritt, in der Vorsaison jedoch aufgrund von Verletzungen zu keinem Einsatz kam, klagte auf die Auszahlung von Punktprämien während seiner sechswöchigen Lohnfortzahlungsphase im Krankheitsfall und bekam vom Gericht Recht. "Dieser Prozess hat Bedeutung für den Fußball in ganz Deutschland und kann noch enorme Auswirkungen nach sich ziehen", meint Heribert Bruchhagen, der sich erst nach der Urteilsbegründung zu weiteren Schritten äußern will. (tr)

 

 

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