Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach

Bundesliga 2005/2006 - 34. Spieltag

0:2 (0:0)

Termin: Sa 13.05.2006, 15:30 Uhr
Zuschauer: 49.500
Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Ulm)
Tore: 0:1 Oliver Neuville (56.), 0:2 Nando Rafael (90.)

 

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Eintracht Frankfurt Borussia Mönchengladbach

 

 

 

  • Kasey Keller
  • Milan Fukal
  • Bo Svensson
  • Zé Antonio
  • Filip Daems
  • Eugen Polanski
  • Peer Kluge
  • Jeff Strasser
  • Marcell Jansen
  • Oliver Neuville
  • Wesley Sonck

 

Wechsel Wechsel
  • Robert Fleßers für Peer Kluge (80.)
  • Nando Rafael für Wesley Sonck (88.)
  • Thomas Helveg für Eugen Polanski (90.)
Trainer Trainer

 

 

Den Saisonabschluss verpatzt

Prolog für die neue Saison

Bereits vor dem letzten Saisonspiel gegen Mönchengladbach laufen die Planungen für die neue Saison, in der die Eintracht auch international im UEFA-Cup spielen wird, auf Hochtouren. Neben dem defensiven Mittelfeldspieler Michael Fink aus Bielefeld und Rückkehrer Albert Streit vom 1. FC Köln steht mit Stürmer Naohiro Takahara vom HSV endlich der dritte Neuzugang fest. Nachdem der Wechsel in der Winterpause nicht zustande kam, unterschreibt der 27-Jährige japanische Nationalspieler einen Dreijahresvertrag in Frankfurt. Abgesagt hat unterdessen Jan Schlaudraff, der lieber noch ein Jahr in Aachen bleiben will. Verlassen werden den Verein neben Alexander Schur und Andree Wiedener, die ihre Profikarriere beenden, auch Puljiz sowie Stefan Lexa, der nach Kaiserslautern wechselt, und Du-Ri Cha, der überraschend am Tag nach dem heutigen Spiel einen Vertrag in Mainz unterschreiben wird.

Doch damit sind die Planungen noch lange nicht zu Ende, meint Heribert Bruchhagen: "Wir brauchen Verstärkungen, um unsere Position zu stärken. Allein schon um den aktuellen Status zu halten, benötigen wir einen breiter aufgestellten Kader mit 24 bis 26 Spielern. Schließlich wollen wir uns in der Klasse etablieren."

Dazu kann auch die Mannschaft mit einem Heimsieg im sportlich bedeutungslosen Saisonfinale gegen Mönchengladbach beizutragen. "Es ist ein sehr werthaltiges Spiel, es geht um eine Summe deutlich oberhalb der Millionen-Grenze“, erklärt der Vorstandsvorsitzende, denn mit einem Sieg kann die Eintracht heute auf Rang 10 in der Tabelle klettern, so dass entsprechend mehr TV-Gelder zur Ausschüttung kommen. Seltsam findet Heribert Bruchhagen, dass Mainz unter diesen Umständen bereits unter der Woche nach Mallorca geflogen ist, um den Klassenerhalt zu zelebrieren: "Generell wird mir in der Liga ein bisschen zu viel gefeiert." So ist es konsequent, aber irgendwie auch traurig, dass es nach dem Ende der Saison weder einen Empfang am Römer noch eine Abschlussfeier für die Fans geben wird.


Der Saisonabschluss

So sieht es auch Trainer Funkel im letzten Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenzehnten, den die Eintracht bei einem Sieg “kassieren“ könnte: "Christoph Spycher kommt ins Team, ich biete die beste Mannschaft auf. Es geht nicht darum, Geschenke zu verteilen." Somit darf Kapitän Schur die Mannschaft nicht auf das Feld führen und auch Markus Pröll muss auf der Bank neben Copado und Cha Platz nehmen. "Hätte man mir vor der Saison gesagt, dass ich nur zwei Spiele mache, wäre ich wohl vom Balkon gesprungen. Aber jetzt ist die Saison auch nicht mehr zu retten", trägt es der Ersatzkeeper mit Fassung. Russ, Cimen und Vasoski bilden damit die Dreierabwehr, vor der mit Ochs, Huggel und Spycher drei weitere defensive Mittelfeldspieler stehen. Lexa und Köhler sowie Meier und Amanatidis im Sturmzentrum sollen für den sechsten Heimsieg der Saison sorgen.

Ungemütlich ist es unterdessen in Mönchengladbach, denn nachdem Trainer Köppel mit seinem Team eine grandiose Hinrunde mit 25 Punkten hinlegte, die die Fans von internationalen Rängen träumen ließ, holte die Wirklichkeit das Team um die Talente Jansen und Polanski ein. 14 Punkte bei lediglich einem Pünktchen in der Ferne ließen das schwächste Auswärtsteam der Liga auf Rang 18 in der Rückrundentabelle und Platz 10 in der Gesamttabelle rutschen. So geht es für den Trainer, der Mönchengladbach wohl verlassen wird, nur noch um einen versöhnlichen Saisonabschluss nach dem 2:2 gegen Hannover. Dafür sollen unter anderem Neuville und Sonck im Sturm sowie Jansen, Kluge, Polanski und Strasser im Mittelfeld sorgen.

Vor dem Spielbeginn werden zunächst ein paar Blumensträuße an die scheidenden Spieler verteilt, die von den Fans lautstark verabschiedet werden. Dies gilt vor allem für Kapitän Alexander Schur, der nach 11 Jahren und 236 Spielen seine Schuhe nach dem Schlusspfiff an den Nagel hängen wird. Doch es wird kein Abschied auf ewig, versichert Heribert Bruchhagen: "Wir werden bei Eintracht Frankfurt noch große Dinge mit Alexander Schur erleben."

Nichts Großes erwartet die Zuschauer im ausverkauften Waldstadion hingegen auf dem Rasen. Passend zum nasskalten Wetter mit Regenschauern ist es ist ein vorsichtiger Beginn beider Mannschaften. Gladbach zieht sich einfach einmal in die eigene Hälfte zurück und harrt der Dinge, die da kommen. So dauert es bis zur 11. Spielminute, bis Meier nach einem Doppelpass mit Amanatidis abzieht, den Kasten von Torhüter Keller jedoch verfehlt. Zwei Minuten später setzt sich Spycher auf der linken Außenbahn durch und flankt in den Strafraum. Wieder ist Alex zur Stelle, setzt seinen Kopfball jedoch über die Latte.

Danach folgt weiter minutenlanges Rumgeplänkel im Mittelfeld, Gladbach will nicht und Frankfurt kann nicht für ein wenig Gefahr vor dem Strafraum sorgen. Immerhin schafft es Zé Antonio nach 30 Spielminuten, Torhüter Nikolov mit seinem Kopfball aus sechs Metern zu einer Reaktion zu zwingen, verfehlt den Kasten jedoch deutlich. Immer stärker prasselt nun der Regen herunter, so dass der Ball immer wieder in einer Pfütze hängen bleibt. Doch eine Ausrede für das schwache Gekicke kann das Wetter nicht sein. Denn es geht ja, wie Spycher in der 32. Spielminute zeigt. Sein weiter Diagonalpass findet Ochs, der den Ball kurz stoppt und aus spitzem Winkel abzieht. Aber Torhüter Keller kann parieren. Der Rest der ersten Halbzeit ist Schweigen.

Bieder geht es auch im zweiten Abschnitt weiter, in dem die Borussen ein wenig mutiger werden. So setzt sich Jansen auf der linken Außenbahn erst gegen Ochs und dann gegen Russ durch, doch sein Schuss vom linken Strafraumrand streicht knapp am rechten Pfosten vorbei (54.). Zwei Minuten später zieht der 20-Jährige erneut auf links an und flankt in den Strafraum. Vasoski will klären, schlägt jedoch über den Ball, so dass der bei Neuville in abseitsverdächtiger Position landet. Dies ist dem 33-Jährigen egal, der die Kugel cool zum 1:0 ins Netz schiebt.

Während bei der Eintracht jetzt Copado für Cimen kommt, wird es in der Abwehr der Eintracht vogelwild. Erst muss Nikolov gegen den durchgebrochenen Zé Antonio retten, um nur Sekunden später gegen Strassers Schuss eine Glanzparade zu zeigen. Mönchengladbach bleibt im Ballbesitz, wieder kommt eine Flanke in den Strafraum, aber Sonck setzt seinen Kopfball nur gegen die Latte (60.). Weiterhin spielen nur die Fohlen, so dass nur drei Minuten später Nikolov bei einem Schuss von Sonck erneut sein ganzes Können unter Beweis stellen muss (63.). Im direkten Gegenzug sorgt jedoch Copado für ein Raunen, als sein Schuss aus 20 Metern um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei rauscht.

Nach dieser kurzen Hochphase beruhigt sich das Spiel leider wieder, Fehl- und Querpässe bestimmen das Geschehen. So sorgt Friedhelm Funkel nach 69 Spielminuten noch einmal für Stimmung, als er Alexander Schur für Huggel bringt, der von den Zuschauern lautstark mit stehendem Applaus begrüßt wird. Kurz darauf zeigt sich die Eintracht dann wieder im Angriff über Köhler, der das Leder von der linken Außenbahn scharf vor das Tor zirkelt. Torhüter Keller will es wegfausten, verschätzt sich aber und kommt nur mit den Fingerspitzen dran. Doch der neben ihm lauernde Copado ist zu überrascht und setzt seinen Kopfball neben das Tor (73.). Vier Minuten später kommt Schur im Halbfeld an das Leder und zieht einfach einmal ab. Keller springt nach rechts, Svensson fälscht den Schuss in die andere Richtung ab, doch der Ball trudelt knapp neben dem Pfosten ins Toraus. “Das wäre ein Ding gewesen“, meint Schur lächelnd, der bereits bei seiner Einwechslung “fix und fertig“ war.

Endlich drängt die Eintracht auf den Ausgleich, doch gegen die massive Abwehr der Gladbacher gibt es kein Durchkommen. So sorgt ein Konter in der Nachspielzeit für die Entscheidung. Wieder ist es Jansen, der die linke Außenbahn entlang sprintet und die Kugel kurz vor dem Strafraum quer zu Rafael passt. Nikolov stürzt ihn entgegen, doch der 22-Jährige, der kurz zuvor für Sonck kam, behält die Nerven und schiebt sie am Torhüter vorbei ins Netz. Zum 2:0-Endstand für Mönchengladbach.

So wird es nichts mit dem Sprung auf Platz 10, obwohl sowohl Mainz als auch Hannover für Frankfurt spielten. Mit 36 Punkten beenden die Adler die Aufstiegssaison auf Rang 14. “Fußball ist eben kein Wunschkonzert“, meint Heribert Bruchhagen zum dennoch guten Schluss, während Alexander Schur seine Ehrenrunden durch das Waldstadion dreht.

Kein Wunschkonzert war es auch für Kaiserslautern. Denn trotz einer 1:0-Pausenführung und 20 Toren von Halil Altintop folgen sie durch das 2:2 in Wolfsburg Köln und Duisburg in die zweite Liga.


Saisonnotizen

Pokalsieger Bayern München verteidigt seinen Meistertitel mit 5 Punkten Vorsprung vor Werder Bremen und wiederholt das Double aus dem Vorjahr. Mit Köln und Duisburg steigen zwei der drei Aufsteiger gleich wieder ab.

Mit 25 Treffern und 14 Vorlagen wird Miroslav Klose Torjäger und Topscorer der Liga. Bester Torschütze bei der Eintracht wurde Ioannis Amanatidis mit 12 Treffern vor Alexander Meier (7 Tore), der mit 9 Torvorlagen der beste Vorbereiter der Eintracht war. 6 Treffer erzielte Copado, der es auf 7 Torvorlagen brachte.

Topspieler des kicker-Sportmagazins wurde ebenfalls Klose mit einem Notenschnitt von 2,38 vor Torhüter Weidenfelder von Dortmund. Bester Frankfurter auf Rang 15 wurde Oka Nikolov, der mit 3,02 den gleichen Notenschnitt wie Oliver Kahn erreichte. Bei den Feldspielern mit mehr als 10 Einsätzen erhielten Chris (3,15), Jones (3,18) und Ochs (3,56) den besten Notenschnitt, Cha (4,23) und Huggel (3,95) den schlechtesten. (tr)


 

 

 


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