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Eintracht Frankfurt - SV Bernbach |
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Freundschaftsspiel 1996/1997
2:1 (1:0)
Termin: 02.02.1997
Zuschauer: 500
Schiedsrichter:
Tore: 1:0 Maurizio Gaudino (20.), 1:1 Frank Grimm (74.), 2:1 Matthias Becker (82., Handelfmeter)
Eintracht Frankfurt | SV Bernbach |
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Ehrmanntraut erkennt erste Fortschritte Am Samstag, nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den FV Bad Vilbel, hatte Horst Ehrmanntraut noch moniert, „daß gegenüber dem Spiel gegen Wehen kein Fortschritt zu erkennen war." Nach dem 2:1 gegen den SV Bernbach, wie Bad Vilbel hessischer Oberligist, strahlte der Eintracht-Trainer zwar auch nicht gerade vor Begeisterung, stellte jedoch fest, „daß unser Spiel sehr gut ausgesehen hat, so lange die Ordnung da war und alle ihre Positionen gehalten haben." Dies war jedoch nur 35 Minuten der Fall, „danach kam der Schlendrian rein, der bis zum Spielende angehalten hat", kritisierte Ehrmanntraut. Immerhin: Nachdem sich die Eintracht-Akteure gegen Bad Vilbel im Auslassen von Torchancen noch überboten hatten, trafen gegen Bernbach Gaudino (20.) und Becker (82./Handelfmeter) zweimal ins Netz. Das Gegentor des Ex-Frankfurters Grimm tat da nicht weh, deckte jedoch die vorhandenen Defizite auf. So stellte Ehrmanntraut denn auch fest, „daß wir noch viel Arbeit haben." Vor allem das Duell Mann gegen Mann, in der Zweiten Liga unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg, werde von seinen Akteuren noch nicht konsequent genug gesucht, so Ehrmanntraut. "In den Köpfen der Spieler steckt immer noch das Raumdecken. Das muß schnellstens raus." Besserung in dieser Richtung verspricht sich Ehrmanntraut von Neuzugang Alexander Kutschera, der wegen einer Rückenverletzung die beiden Tests nicht absolvieren konnte. Hoffnung auf ein Comeback besteht auch bei Ralf Weber, der dem Treiben seiner Kollegen auf dem Nebenplatz des Waldstadions zusah und definitiv mit ins Trainingslager nach Spanien fliegen wird. ('Frankfurter Neue Presse' vom 03.021997)
Eintracht-Trainer Ehrmanntraut mit der Grundordnung noch nicht zufrieden: Becker verwandelt Elfmeter gegen Bernbach. Im dritten Anlauf mit 2:1 der erste Sieg FRANKFURT. Horst Ehrmanntraut ist ein Mann der klaren Worte. Der neue Trainer der Frankfurter Eintracht hält nichts davon, Luftschlösser zu bauen oder Träumen nachzuhängen. Und so waren auch die vordergründig enttäuschenden Ergebnisse der Eintracht in den ersten drei Testspielen vor dem Rückrundenstart der Zweiten Fußball-Bundesliga am 23. Februar gegen den VfB Lübeck für Ehrmanntraut nicht desillusionierend. Dem 1: 1 gegen den SV Wehen am vergangenen Mittwoch und dem 0:0 gegen den FV Bad Vilbel am Samstag hatten die Zweitligaprofis am Sonntagnachmittag gegen die Oberliga-Amateure des SV Bernbach einen 2:1-Sieg folgen lassen. Die Enttäuschung über die Mühsal auf dem Weg zum knappen Sieg bei vielen der über 600 Zuschauer wollte Ehrmanntraut nicht teilen. Bei Spielern wie Zuschauern müsse der Gedanke, die Eintracht habe in Wahrheit noch immer eine Bundesligamannschaft, schnellstmöglich aus den Köpfen verdrängt werden. „Fakt ist, daß Eintracht Frankfurt auf einem Abstiegsplatz der Zweiten Liga steht", sagt Ehrmanntraut. Die Spieler müßten sich dem Abstiegskampf mit aller Konsequenz stellen. Die Arbeit mit der Mannschaft sei so umfangreich, daß er sich manchmal vorkomme wie ein Bergsteiger vor dem Mount Everest, fügte Horst Ehrmanntraut hinzu. „Man kann so einen Berg besteigen", sagt der Frankfurter Trainer, „aber man muß hart dafür arbeiten, und man braucht Zeit und Geduld." Die Fortschritte während der vergangenen Woche seien nur gering und dazu zeitlich begrenzt gewesen. So haben dem Trainer die ersten 35 Minuten gegen Bernbach gut gefallen, „weil wir in dieser Zeit die Positionen gehalten haben und Ordnung im Spiel hatten". Doch schon bald nach dem in der 20. Minute von Dietmar Roth und Matthias Becker glänzend vorbereiteten Führungstreffer durch den besten Spieler, Maurizio Gaudino, schlich sich schon wieder der Schlendrian ein. Michael Guht, neben Matthias Becker als zweiter Stürmer eingesetzt, und Mirko Dickhaut vergaben ziemlich unkonzentriert große Möglichkeiten zum zweiten Tor. Und nach und nach gingen auch der Spielfluß und die spielerische Überlegenheit verloren. Horst Ehrmanntraut war nachher enttäuscht, wie schnell sich seine Spieler hatten wieder vom rechten Weg abbringen lassen. Im Mittelfeld habe es „Nachlässigkeiten" gegeben, die Abwehr sei nicht mehr „resolut genug" in die Zweikämpfe gegangen. „Und deshalb haben wir unsere Grundordnung verloren." So kamen die Amateure aus Bernbach nach dem Wechsel zu drei, vier hervorragenden Chancen und in der 74. Minute durch den ehemaligen Eintracht-Spieler Frank Grimm auch zum Ausgleich. Daß die Eintracht im dritten Versuch gegen eine Oberligamannschaft gewann, hatte sie einer Reflexbewegung des Bernbachers Klaus Rodriguez zu verdanken, der neun Minuten vor dem Ende den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand spielte. Matthias Becker ließ sich die Elfmeterchance nicht entgehen. Kurz darauf traf Maurizio Gaudino noch den Pfosten, der Bernbacher Frank Grimm die Latte. (FAZ vom 03.02.1997)
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