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Eintracht Frankfurt - VfB
Oldenburg |
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2. Bundesliga 1996/1997 - 17. Spieltag
2:3 (1:2)
Termin: 07.12.1996
Zuschauer: 11.000
Schiedsrichter: Prengel (Düsseldorf)
Tore: 1:0 Mirko Dickhaut (11.), 1:1 Tammen (43.), 1:2 Elberfeld (45.), 2:2 Maurizio Gaudino (56.), 2:3 Goch (86.)
Eintracht Frankfurt | VfB Oldenburg |
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Eintracht verliert chaotisches Spiel Eigentlich begann die Partie vielversprechend. Bereits in der 6. Minute traf Mirko Dickhaut mit einem abgefälschten Freistoß den Pfosten. Wenige Minuten später wurde er dann belohnt: Nach einem weiteren Freistoß aus rund 25 Metern und einer unglücklichen Aktion des Oldenburger Torhüters Butt erzielte Dickhaut das 1:0. Nun setzte die Eintracht nach und verpasste nur knapp das 2:0, als Becker nach einer sehenswerten Kombination über Schur und Gaudino knapp daneben zielte. Auf der Gegenseite schien Salls Lattenschuss in der 21. Minute ein Ausrutscher der schwachen Gäste zu sein. Doch kurz vor der Pause wendete sich das Blatt. Gaudino verlor den Ball in der eigenen Hälfte, Tammen nutzte diesen Fauxpas zu einem satten Schuss aus 20 Metern zum 1:1. Nur eine Minute später dann der nächste Tiefschlag: Houbtchev, bereits mit einer Gelben Karte belegt, leistete sich das nächste Foul und flog mit Gelbrot vom Platz. Den direkt darauf folgenden Freistoß trat Urban vor die Füße von Elberfeld, der das 1:2 erzielte. Die Eintracht ging völlig verunsichert in die Kabine. Nach der Pause kämpften die Frankfurter zwar, doch ihnen fehlte jede Struktur und spielerische Linie. Für kurzzeitig bessere Stimmung auf den Rängen sorgte dann Gaudino mit einem fulminanten Weitschuss zum 2:2 in der 56. Minute. Die bizarre Stimmung auf den Rängen kippte aber erneut, als Trainer Dragoslav Stepanovic den glücklosen Becker, der in der 66. Minute die Chance zum 3:2 vergab, durch Güntensperger ersetzte, anstatt offensiver zu agieren und die Zuschauer auf diese Auswechslung mit wütenden „Stepi raus“-Rufen reagierten. Verunsichert wurde die Frankfurter Defensive immer anfälliger. Schließlich schlug Goch in der 86. Minute zu und erzielte den 2:3-Siegtreffer für die Gäste, der die Eintracht in die nächste Krise stürzte. Nach dem Spiel zeigte sich die Mannschaft niedergeschlagen. „Wir waren wie gelähmt. Jetzt können wir nur noch nach unten schauen. Es tut mir leid für Stepi“, meinte Rudi Bommer. Maurizio Gaudino fasste die Lage treffend zusammen: „Was hier in sechs Monaten passiert ist, erleben andere Klubs in 20 Jahren. Der Kader ist einfach zu schwach, und uns steht ein heißer Tanz gegen den Abstieg bevor. Aber wenn man mich braucht, bleibe ich.“ 08.12.1996: Stepanovic beurlaubt, Bommer Interims-Trainer Wenn es im kommenden Jahr daran geht, der Eintracht wenigstens eine Zukunft in der Zweiten Liga zu sichern, wird Dragoslav Stepanovic damit nichts mehr zu tun haben. Wie allseits erwartet, wurde die Entlassung des Trainers direkt nach der achten Saisonniederlage von Heller bekannt gegeben. Allerdings war diese Entscheidung schon vor der Partie gefallen. Alle Spieler hatten vor dem Anpfiff davon Kenntnis, im kommenden Jahr von einem neuen Trainer auf den Abstiegskampf vorbereitet zu werden. In der Übergangszeit wird Rudi Bommer die Verantwortung übernehmen. Als Nachfolger von Stepanovic sind Eckhard Krautzun, der im vergangenen Jahr den 1. FC Kaiserslautern vor dem Abstieg retten sollte, sowie Eduard Geyer von Energie Cottbus im Gespräch.
Horst Ehrmanntraut, bis April dieses Jahres beim SV Meppen tätig und seither ohne Beschäftigung auf dem Fußballplatz, ist vom Präsidium der Frankfurter Eintracht zum Nachfolger des am 7. Dezember wegen anhaltender Erfolglosigkeit beurlaubten Dragoslav Stepanovic berufen worden. Mit 41 Jahren ist Ehrmanntraut einer der Jüngeren der Trainergarde, auch wenn er mit Blau-Weiß 90 Berlin und anschließend in fast fünf Jahren beim SV Meppen schon reichlich Erfahrung gesammelt hat. Bei der Eintracht erhält Ehrmanntraut einen Vertrag bis zum 30. Juni 1998.
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