Albert Reik

*01.09.1877

Kam vom FFC Germania 94, 1899 Mitbegründer des FFC Victoria, im ersten Spiel dabei.

Albert Reik

Jetzt wird es einfacher: In der linken Spalte der Gründungsurkunde ist an zweiter Stelle Albert Reik genannt. Nochmal in Erinnerung gerufen das Manuskript zur Vereinsgründung von Michel Pickel: „Meinungsverschiedenheiten innerhalb des F.F.C. ‚Germania‘ 1894 und zwar zwischen dem damaligen Vorsitzenden Albert Pohlenk und den gleichgesinnten Seelen Alb. Gerhardt, Emil Müller, Hans Schnug & L. Heil einerseits und den Fussball-Koryphäen I.K. Roth, M. Fritz Seidenfaden andererseits, führten in der Frühjahrshauptversammlung der ‚Germania‘ zum Austritt der ersterwähnten fünf Leute, die ‚im gerechten Zorn‘ sofort die Wallstatt der letzten Redeschlacht verliessen...“

Bei dieser Darstellung mit der Erwähnung von fünf Hauptakteuren, Pohlenk, Gerhardt, Müller, Schnug und Heil, liegt der Schluss nahe, dass Albert Reik – der immer mal wieder fälschlicherweise mit „ck“ geschrieben wird – zu kurz kommt. Er taucht nämlich bereits im Adressbuch der Stadt Frankfurt 1897 als Funktionär bei der Germania auf, damals war er 2. Gerätheverwalter. Auch 1898 taucht er da wieder auf, diesmal als 2. Capitän. Vermutlich war also auch Albert Reik einer der Mitglieder, die die Germania „im gerechten Zorn“ verließen. Und er hatte Erfahrung: Im Gründungsprotokoll der Victoria wird auf Seite zwei vermerkt, dass Herr Reick den Auftrag erhielt, „die Geräte anfertigen zu lassen.“ Er stiftete die Goaleisen und erhielt dafür ein dreifaches „Hipp Hipp Hurrah“ von der Versammlung. Folglich wurde er auch zum II. Zeugwart gewählt.

In der ersten Saison der Victoria taucht Gründungsmitglied Albert Reik in den Mannschaftsaufstellungen immer wieder als Forward auf. Beim ersten Spiel des Vereins am 19. März 1899 steht er auf dem Feld, als der 1. Bockenheimer FC 1899 mit 4:1 geschlagen wird. Auch bei der Auswärtspremiere der Victoria während des 1:4 bei Hanau 93 steht Reik auf dem Feld.

In den Adressbüchern ist die Adresse von Albert Reik zunächst in der Grüneburgstraße 14 angegeben, ab 1898 dann Am Weingarten 14 H1 in Bockenheim. Hier betreibt Johannes Reik, vermutlich sein Vater, eine Bauschlosserei. Der Hinweis H1 bedeutet einfach nur Hinterhaus, 1. Geschoss. Albert Reik hat übrigens heldenhaft gehandelt. Denn in Hausnummer 14 (Vorderhaus) war die Gaststätte Zum Krokodil – und die war viele Jahre die Vereinsgaststätte der Bockenheimer Fußball-Vereinigung 1901, eines Vorgängervereins von Rot-Weiß Frankfurt. Albert aber ist immer treu an der Konkurrenz vorbei ins Hinterhaus.

Die Reiks findet man bis in die 1930er Jahre in der Straße Am Weingarten 14, Hinterhaus, zuletzt ist eine Elise hier gemeldet. Albert wird zu dieser Zeit nicht mehr hier gewohnt haben. Ein Albert Reik taucht erst wieder 1937/38 im Adressbuch von Offenbach auf, die Hinweise hier sind aber sehr vage. Und liegen in der falschen Stadt. (Eintracht Museum, Die Gründerväter der Eintracht)


 

© text, artwork & code by fg