| Albert Pohlenk * 12.12.1875 · †04.09.1948 Magdeburger FC Viktoria 1896, FFC Germania 94, 1899 Mitbegründer des FFC Victoria, im ersten Spiel dabei, 1899 bis 1903 und 11. bis 18. 3. 1904 Vorsitzender, 1911 FFV
Albert Pohlenk
Als Gründervater der Eintracht gilt Albert Pohlenk, der am 12. Dezember 1875 das Licht der Welt erblickte und aus dem sächsischen Ober-Mittweida stammt. Als junger Mann spielte Albert Pohlenk Fußball bei der Magdeburger Viktoria. Mit seinem Umzug nach Frankfurt am Main, hier war er als Uhrmachermeister in seinem eigenen Geschäft in der Eckenheimer Landstraße 57b im Nordend tätig, schloss er sich zunächst dem ältesten Fußballverein Frankfurts an, der Germania 94. Meinungsverschiedenheiten ließen nicht nur Pohlenk 1899 wieder aus dem Verein austreten – doch er blieb nicht tatenlos und gründete noch am gleichen Abend mit Gleichgesinnten in einer Schankwirtschaft, dem Friedrichshof, in der Hohenzollernstraße 14 (der heutigen Düsseldorfer Straße) den Frankfurter Fußballclub Victoria, dessen erster Vorsitzender er wurde. Dies geschah am 8. März 1899. Der Vereinsname wurde vermutlich nicht zufällig gewählt. Die Victoria ist nicht nur die römische Göttin des Sieges (und wann hätte die Eintracht jemals verloren), der Name erinnert auch an Pohlenks erste fußballerische Heimat in Magdeburg. Gleich das erste Spiel gegen den 1. Bockenheimer FC 1899 elf Tage nach Gründung brachte den ersten Sieg der jungen Vereinsgeschichte. Mit Pohlenk in der Startaufstellung gelang ein glorreiches 4:1. Als die Victoria und die Frankfurter Kickers 1911 fusionierten, hatte Pohlenk daran maßgeblichen Anteil. Damals entstand der „Frankfurter Fußballverein Kickers-Victoria“, kurz FFV, welcher wiederum durch den Zusammenschluss mit der Frankfurter Turngemeinde im Jahr 1920 zur Turn- und Sportgemeinde Eintracht von 1861 verschmolz. Die Victoria gilt daher heute neben den Frankfurter Kickers als Vorgängerverein der Eintracht, die jeweils am 8. März ihren Geburtstag feiert. Albert Pohlenk blieb zeit seines Lebens in Frankfurt und dem Verein treu. Poppi, wie Pohlenk seit Ende der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts liebevoll genannt wurde, verstarb am 4. September 1948. Sein Grab befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Noch zu seinem 60. Geburtstag wurde der einstige flinke Rechtsaußen von der Eintracht mit warmen Worten bedacht: „Wie oft flog er, als man noch sehr mannhaft und ohne Arg und List kämpfte, in der Spielfeldecke ins Gras, aber die Flanke landete da, wo sie hin gehörte...“ (Eintracht Museum, 59 Eintracht-Orte)
Ludwig Isenburger, der Chronist der „Steinzeit des Frankfurter Fußballs“, schrieb einst, dass „Albert Pohlenk, wohl bis zum heutigen Tage der populärste und bestgelittene Frankfurter Fußballer, bereits im Gründungsjahr 1899 1.Kapitän der Victoria war“. Über Albert Pohlenk wissen wir viel, er wurde am 12. Dezember 1875 geboren und starb am 4. September 1948. Er hat die ganze Familie zu Eintrachtfans gemacht, sein vor wenigen Jahren verstorbener Enkel Horst hat uns das Uhrmacherwerkzeug von Albert für das Museum übergeben und sein Urenkel Sebastian ist im EFC Abbuze aktiv. Wenn das Eintracht-Museum Rundgänge über den Hauptfriedhof organisiert gehen wir stets an Alberts Grab vorbei und bei Stadtrundgängen stehen wir vor seinem Uhrmacherladen. Trotzdem hier noch mal einige interessante Informationen zum ersten Vorsitzenden unseres Vereins: Albert Pohlenk war im März 1899 der Kopf der unzufriedenen Mitglieder, die die Germania 94 verließen, er „hielt seinen Freunden unter nächtlichem Himmel eine Standpauke“. Bei der Gründung am 8. März wurde er zum „I. Vorsitzenden“ und zum „1. Capitain“ des Vereins gewählt. Albert Pohlenk spielte im ersten Spiel des Vereins, er war von 1899 bis 1903 und noch mal 1904 Vorsitzender der Victoria, gehörte auch dem FFC und später der Eintracht an, von der er zum Ehrenmitglied ernannt wurde. In den Anfangsjahren war die Victoria noch nicht im Adressbuch vertreten, daher ging die Post immer erstmal an Albert Pohlenk, der zu dieser Zeit in der Lenaustraße 35. 1903 war er Vorsitzender im Frankfurter Associations-Bund, 1904 außerdem Schriftführer im Verband Süddeutscher Fußballvereine. 1905 und 1906 war Albert Pohlenk im Verband Süddeutscher Fußballvereine beim Nordkreis-Ausschuss für Spielangelegenheiten tätig, von 1910 bis 1912 war der wieder Vorsitzender im Frankfurter Associations-Bund. Privat zog Albert Pohlenk 1906 in eine Wohnung in der
Eiserne Hand 38, 1911 dann in die Koselstraße 38 und ein Jahr später
in die Koselstraße 51. 1918 erfolgt ein weiterer Umzug, diesmal
in die Eckenheimer Landstraße 74. Sein Geschäft in der Eckenheimer
Landstraße 57 b findet sich im Adressbuch ab 1920. Hier wirkte er
bis zu seinem Tod 1948. Gehen Sie gerne mal da hin. Der Schriftzug „Pohlenk“
ist am Hause bis heute zu sehen. (Eintracht Museum, Die Gründerväter
der Eintracht)
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