Siege gegen den FSV, Niederlagen gegen die Kleinen |
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| 1923 |
Acht Mannschaften treten in der neu formierten Bezirksliga Main an. Neben der Eintracht sind dies die Ortsrivalen FSV und Helvetia, die Offenbacher Klubs SC Bürgel, SV und Kickers, Viktoria Aschaffenburg sowie Hanau 93.
Obwohl die Eintracht nun ohne den nach Chemnitz gewechselten international erfolgreichen Linksaußen Peter Szabo antreten muss, beginnt die Ligarunde erfolgreich. Nach einem Unentschieden und zwei Siegen zum Saisonstart gibt es am vierten Spieltag einen 2:1-Sieg gegen den Vorjahresmeister FSV Frankfurt, der gleichzeitig die Tabellenführung bedeutet. Die wird allerdings gleich wieder verspielt: Beim Tabellenvorletzten, dem FC Hanau 93, setzt es eine 2:3-Niederlage, und gegen Schlusslicht SV Offenbach reicht es nur zu einem 1:1. Dass die folgende Partie gegen den FC Bürgel entgleist, schreibt die Fachpresse vor allem dem Schiedsrichter zu, der, laut "Fußball" "… den Bürgelern weiter freien Lauf [ließ], damit das Lebensgefährlichspielen sanktionierend." Die Folge: Mitte der 2. Halbzeit haben vier Eintrachtler verletzt den Platz verlassen müssen, die Partie wird beim Stand von 0:2 abgebrochen und muss wiederholt werden.
Trotz dieser Rückschläge hält sich die Eintracht beständig auf dem zweiten Platz und besiegt den FSV am 11. Spieltag zum zweiten Mal in dieser Spielzeit mit 2:1. Vor dem für den 20. Januar terminierten Nachholspiel gegen den FC Bürgel weisen sowohl die Bornheimer - die bereits alle Punktspiele absolviert haben - als auch die Riederwälder acht Minuspunkte auf. Mit einem Sieg in Bürgel und einem weiteren Erfolg gegen denselben Gegner im letzten Ligaspiel könnte die Eintracht mit dem FSV gleichziehen und ein Entscheidungsspiel erzwingen, verspielt diese Chance aber durch eine 0:2-Auswärtsniederlage und verzichtet schließlich auf die Austragung der letzten Begegnung. Als Tabellenzweiter steht die Eintracht so zu Saisonende mit 16:12 Punkte vier Punkte hinter dem Meister FSV. Recht erfolgreich präsentiert sich die Eintracht im Süddeutschen Pokal. Nach Siegen gegen Kickers-Viktoria Mühlheim (5:2), Germania 94 (2:0), Viktoria Aschaffenburg (2:1) und Darmstadt 98 (3:2) zieht man ins Viertelfinale ein. Aber trotz guter Leistung und dreier Tore durch Schönfeld, Weber und Roth geht dieses Spiel am 24. Mai 1924 gegen die Stuttgarter Kickers mit 3:4 verloren. Da durch die Einführung der Rentenmark im November 1923 die Inflation gestoppt werden konnte, waren deutsche Vereine auch wieder in der Lage, renommierte internationale Clubs einzuladen. So findet zur ausklingenden Saison im Mai '24 ein freundschaftliches Aufeinandertreffen der Eintracht mit West Ham United statt. 10.000 Zuschauer erleben dabei ein klares 4:0 für die Engländer, wobei die Eintracht für ihr couragiertes Auftreten viel Lob einstreichen kann. Zwei Wochen später gelingt einer Kombination aus Eintracht- und FSV-Spielern dann ein 3:1-Sieg gegen den führenden tschechischen Verein Sparta Prag.
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© text by fg