Eintracht Frankfurt - Bayer 04 Leverkusen

Bundesliga 2025/2026 - 20. Spieltag

1:3 (0:2)

Termin: Sa 31.01.2026, 15:30 Uhr
Zuschauer: 59.000
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Tore: 0:1 Arthur (26.), 0:2 M. Tillman (33.), 1:2 R. Koch (50.), 1:3 Aleix Garcia (90.+3)

 

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt
Bayer 04 Leverkusen

  • Kaua Santos
  • Amenda
  • R. Koch
  • Theate
  • Kristensen
  • Larsson
  • Skhiri (71.)
  • Brown
  • Doan
  • M. Götze
  • Kalimuendo

 


  • Blaswich
  • Quansah
  • Andrich
  • Tapsoba
  • Arthur
  • E. Fernandez
  • Aleix Garcia
  • Grimaldo
  • M. Tillman
  • Terrier
  • Kofane

 

Wechsel
  • O. Höjlund für Larsson (57.)
  • Knauff für M. Götze (69.)
  • Amaimouni-Echghouyab für Doan (69.)
  • Bahoya für Brown (84.)
Wechsel
  • Hofmann für Terrier (64.)
  • Palacios für E. Fernandez (64.)
  • Schick für Kofane (72.)
  • Poku für M. Tillman (82.)
Trainer
  • Dennis Schmitt
Trainer
  • Kasper Hjulmand

 

 

Niederlage gegen Leverkusen

Die Eintracht unterliegt Bayer 04, zeigt nach 0:2-Pausenrückstand große Moral, kommt zum Anschluss durch Kapitän Robin Koch (50.) und kassiert in Unterzahl spät den Endstand.

Im dritten Heimspiel innerhalb einer Woche wechselte das Trainerteam um Interimscoach Dennis Schmitt im Vergleich zu Mittwoch auf drei Positionen. Auf der rechten Schiene kam der gegen Tottenham geschonte Rasmus Kristensen anstelle des nach Kopenhagen gewechselten Aurélio Buta zum Zug. Außerdem begannen Ritsu Doan und Arnaud Kalimuendo statt Oscar Højlund und Ansgar Knauff. Das bedeutete nominell eine etwas offensivere Ausrichtung. Ellyes Skhiri und Hugo Larsson waren im Mittelfeld vor allem als Abräumer gefordert, Mario Götze pendelte in seinem 100. Bundesligaspiel für die Eintracht zwischen zweitem Achter und linkem offensivem Mittelfeld, Doan zwischen rechtem Halbraum und zweitem Stürmer.

So dauerte es bis Mitte des ersten Durchgangs, bis die 59.000 Besucherinnen und Besucher im Deutsche Bank Park den ersten Abschluss zu sehen bekamen. Den ersten Treffer im Sinne von Körperkontakt gab’s wiederum gleich zu Beginn, als Robert Andrich Kalimuendo im Strafraum zu Fall brachte (5.), Schiedsrichter Robert Schröder und Team aber nach rund dreiminütiger Beratung und Betrachtung der Wiederholung nichts zu beanstanden hatten und es dementsprechend keinen Elfmeter für Frankfurt gab (8.).

Generell setzten die Adler zu weiten Teilen das um, was Schmitt vorab eingefordert hatte, nämlich „stabil, kompakt, aggressiv, intensiv“ aufzutreten. Allein an den Lösungen mit Ball mangelte es. Bezeichnend, dass der erste zählbare Schuss überhaupt aus dem Hinterhalt von Jarell Quansah für Kaua Santos leichte Beute (17.) und der erste Eckstoß, ebenfalls für die Gäste, in Minute 25 fällig war.

Kaum einmal in Strafraumnähe gewesen, schlug die zunächst ballsicherer wirkende Werkself zum ersten Mal zu. Spielaufbau über die eigene rechte Seite, Doppelpass inklusive Hackenablage des eingerückten Alejandro Grimaldo auf Arthur inklusive – 0:1 (26.).

Nach einer halben Stunde hatte auch der Gastgeber den ersten Angriffsmoment, als Kristensen gewissermaßen einen Ein-Mann-Gegenstoß fuhr und aufs kurze Eck feuerte, wo Jannis Blaswich zur Stelle war (32.). Im Gegenzug fiel das 0:2. Grimaldo flankte unbehelligt von links in den Sechzehner, wo die Verteidiger wenig Zugriff auf die Situation bekamen und Malik Tillman flach wie trocken einschob (33.).

Es waren im Grunde diese zwei Situationen, in denen die Adler im Spiel gegen den Ball lockerließen, was Leverkusen im Nu bestrafte. Selten packten die Hessen auch mal in vorderster Linie so herzhaft zu wie Hugo Larsson, was direkt zum Versuch durch Kalimuendo führte, jedoch wie die darauffolgende Ecke ohne Erfolg (37.). Nach zwei Kopfbällen über den Kasten von beiden Seiten – Tapsoba für Bayer (45. + 3) und Amenda für Frankfurt (45. + 5) war Pause.

Mit den Seiten wechselte nicht zwangsweise die Spielrichtung, weil fortan mehr die Hessen denn die Rheinländer das Spiel bestimmten. Die Adlerträger passten schneller, überzeugter und vor allem genauer. Speziell über die rechte Seite ging ein ums andere Mal die Post ab. Erst steckte Götze durch auf Kristensen, dessen Hereingabe sich die Löwen noch erwehren konnten (49.). Die darauf folgende Ecke landete im zweiten, dritten, vierten Anlauf über Amenda schließlich bei Robin Koch, der nach vielen rigorosen Zweikämpfen nun im gegnerischen Strafraum hartnäckig blieb, im ersten Versuch in Blaswich seinen Meister fand, den Nachschuss aber reinmachte – der Anschlusstreffer (50.). Die Hausherren witterten die Gelegenheit, Nathaniel Brown hatte die nächste, aber geblockt (51.).

In der Folge versuchte die SGE, den Druck aufrechtzuerhalten, doch Bayer 04 schien sich nach den ersten Überraschungsmomenten wieder zu fangen, sodass beide Lager vermehrt über Tacklings versuchten, die Oberhand zu gewinnen. Vier Gelbe Karten zwischen der 53. und 70. Minute waren die Konsequenz, wovon zwei auf Ellyes Skhiri entfielen. Ampelkarte, Eintracht in Unterzahl gegen eines der passstärksten Teams der Bundesliga.

Anders als vielleicht in vergleichbaren Momenten in den vergangenen Wochen ließen sich die Adler von neuen Widerständen nicht auf die Bretter schicken, sie behielten die Ruhe, Balance und liefen erst recht nicht ins offene Messer. Entsprechend dauerte es bis zur nächsten Torannäherung durch den eingewechselten Ayoube Amaimouni-Echghouyab (87.), Leverkusen wiederum fand nicht mehr so recht in der gegnerischen Hälfte statt. Dann die Ecke durch Jupp Amaimouni auf den Schädel von Amenda, der Schweizer stieg am höchsten und verfehlte (89.). Als Mannschaft und Stadion drauf und dran waren, die emotionale Schlussphase einzuläuten, nutzten die Blauen den einen Nadelstich durch Vollstrecker Aleix García zum 1:3-Endstand (90.+3). Ein Dämpfer mit Blick auf die Tabelle, doch beileibe nicht für die Kurve, die ihre Frankfurter Jungs auch nach dem Schlusspfiff anfeuerte. Noch 14 Runden sind zu gehen.

Stimmen zum Spiel

Interimstrainer Dennis Schmitt: Es waren zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. Genau das, was wir nach der Pause gespielt haben, hatten wir uns für die erste Halbzeit vorgenommen. Wir waren aber zu passiv, haben Leverkusen viel Ballbesitz überlassen und haben uns immer tiefer in den Block ziehen lassen. Wir haben sie in ihr Passspiel und zu einfach in unsere Box kommen lassen, wir sind viel hinterhergelaufen. Wir hätten deutlich aktiver sein und den Ballführenden unter Druck setzen müssen. Nach dem 0:2 war es schwierig und zur Pause war es gut, dass wir nicht höher zurücklagen. In der Kabine habe ich appelliert, aggressiver zu sein. Danach waren wir deutlich intensiver, machen das 1:2, kassieren mit der Gelb-Roten Karte den nächsten Nackenschlag. Trotzdem sind wir mutig geblieben und haben uns Chancen erarbeitet. Es ist ärgerlich, dass wir 1:3 verlieren.

Mario Götze: Es fühlt sich nicht gut an, es fühlt sich beschissen an. Wir sind enttäuscht. Heute war es in der zweiten Halbzeit besser, nichtsdestotrotz: Wir müssen kleine Schritte machen und unsere Basics zeigen, dann bin ich mir auch sehr sicher, dass wir wieder Spiele gewinnen. Aber dafür müssen wir sehr hart arbeiten. Jeder will, jeder macht, jeder gibt Gas. Wenn manche Dinge dann nicht ineinandergreifen, man doch irgendwie wieder drei Gegentore bekommt und keine Erfolgserlebnisse hat, dann macht das was mit einem und der Mannschaft. Wir müssen wieder positive Erlebnisse haben und diese Gier entwickeln – das wird entscheidend sein. Aktuell überwiegt die Enttäuschung, wir hatten uns viel vorgenommen, aber wir müssen nach vorne schauen. Wir freuen uns auf den neuen Trainer und darauf, auch für uns selber einen gedanklichen Cut zu machen – am Montag geht’s los. Ganz oben auf der Agenda steht, Spiele zu gewinnen.

Kasper Hjulmand (Cheftrainer Bayer 04 Leverkusen): Es war ein schwieriges Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, mit großer Kontrolle und Flexibilität, mit Gegenpressing und guter Balance im Attacking. Dazu haben wir die Möglichkeiten der Eintracht im Umschalten gestoppt. Wir können noch ein Tor mehr machen. Nach dem 1:2 habe ich etwas Unruhe gespürt, Frankfurt hatte das Stadion hinter sich, wir waren zu passiv. Wir haben Umschaltmöglichkeiten nicht genutzt, machen dann sehr spät das 3:1. Frankfurt hat es uns schwergemacht. Ich bin zufrieden mit der ersten Halbzeit, dem hohen Level und dem Sieg, das ist wichtig für uns.

 

>> Spieldaten <<

 

Bericht und Fotos von www.eintracht.de


 

© text, artwork & code by fg