Eintracht Frankfurt - 1. FC Union Berlin

Bundesliga 2025/2026 - 4. Spieltag

3:4 (1:2)

Termin: So 21.09.2025, 15:30 Uhr
Zuschauer: 59.500
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Tore: 0:1 Ansah (9.), 0:2 Burke (32.), 1:2 Brown (45. +4), 1:3 Burke (53.), 1:4 Burke (56.), 2:4 Uzun (80.), 3:4 Burkardt (87., Elfmeter)

 

 

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt
1. FC Union Berlin

  • Kaua Santos
  • Collins
  • R. Koch
  • Theate
  • Brown
  • Chaibi
  • Larsson
  • Doan
  • Uzun
  • Bahoya
  • Wahi

 


  • Rönnow
  • Doekhi
  • Querfeld
  • Diogo Leite
  • Trimmel
  • R. Khedira
  • Haberer
  • Köhn
  • Burke
  • Ilic
  • Ansah

 

Wechsel
  • Knauff für Chaibi (61.)
  • O. Höjlund für Larsson (61.)
  • Burkardt für Bahoya (61.)
  • Batshuayi für Wahi (69.)
  • Amenda für Collins (90.+1)
Wechsel
  • Kemlein für Ansah (73.)
  • Skarke für Trimmel (73.)
  • Jeong für Burke (81.)
  • Schäfer für Köhn (90.+3)
Trainer
  • Dino Toppmöller
Trainer
  • Steffen Baumgart (89.)

 

 

Sieben Tore zwischen Frankfurt und Union

Eintracht Frankfurt kommt nach Zwei- und Drei-Tore-Rückständen immer wieder zurück, unterliegt Berlin aber am Ende 3:4 (1:2). Brown (45. + 4), Uzun (80.) und Burkardt (87.) treffen für die SGE.

„Im Wald, da spielt die Eintracht“. Der von der Stadionregie eingespielte und vom Publikum im Deutsche Bank Park anlässlich der Feierlichkeiten rund um 100 Jahre Waldstadion gesungene Klassiker war anschließend gewissermaßen auch sportlicher Natur Programm. Rund 75 Prozent Ballbesitz verbuchte Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Union, Grund zum Jubeln hatten aber am Ende die anderen.

Gut 64 Stunden nach dem Finish gegen Istanbul rotierte Dino Toppmöller auf drei Positionen. Kaua Santos gab über fünf Monate nach seinem gegen Tottenham Hotspur erlittenen Kreuzbandriss sein Pflichtspiel-Comeback. In der Offensive standen Jean-Mattéo Bahoya und Elye Wahi neu in der Startelf. Michael Zetterer, Ansgar Knauff und Jonathan Burkardt nahmen auf der Bank Platz.

Was auf dem Papier nach dem gewohnten 4-2-3-1 aussah, gestaltete sich ob der deutlichen Feldüberlegenheit der Hessen überwiegend als zentrumslastige Formation; Nnamdi Collins blieb auf Höhe seiner Innenverteidigerkollegen und Nathaniel Brown zog regelmäßig von der linken Defensivseite ins zentrale Mittelfeld.

Der U21-Nationalspieler verzeichnete aus dem Halbraum sogleich den ersten Abschluss, der so hart geriet, dass Frederik Rönnow zwei Mal zupacken musste (7.). Im Gegenzug erhielt Ilyas Ansah kurz zu freies Geleit und überwand Santos aus der Drehung. Das 0:1 in der neunten Minute. Die Adler ließen sich nicht beirren, blieben im Rückwärtsgang aber nicht unantastbar. 1,94-Meter-Mann Ansah entschied das Missmatch gegen Arthur Theate für sich und legte ab auf Oliver Burke, der aus spitzem Winkel das Außennetz traf (11.).

In der Folge entwickelten die Hausherren zehn Minuten Dauerdruck, volle Power mit und ohne Ball; vertikale Angriffe wechselten mit kollektiven Pressingmomenten. Nach einer Viertelstunde schoss Farès Chaibi aus dem Hinterhalt Rönnow in die Arme und bediente danach Can Uzun, der im Strafraum ebenfalls nicht am ehemaligen Frankfurter Schlussmann vorbei kam (20.). Es blieb für zehn Zeigerumdrehungen die vorerst letzte von fünf SGE-Gelegenheiten hintereinander gegen massive Eiserne.

Doch Union verkroch sich keinesfalls, sondern lauerte auf den nächsten Punch. Wie nach einer halben Stunde. Ein weiter Frankfurter Einwurf in den Sechzehner wurde zum Bumerang, die Köpenicker schwärmten aus, Andrej Ilic bediente den nicht zu haltenden Burke, der trocken ins kurze Eck einschob. Das 0:2 mit dem zweiten Schuss aufs Tor seitens der Gäste von der Spree (32.).

Auf der anderen Seite fand nochmal Ritsu Doan in Rönnow seinen Meister (35.), Brown suchte Wahi am kurzen Pfosten, der Franzose zielte wenige Zentimeter vorbei (43.). Als es nach einem Zwei-Tore-Pausenrückstand roch, nahm abermals Brown seine sprichwörtliche zentrale Rolle ein, hielt mit seinem vermeintlich schwächeren Fuß einfach mal drauf und belohnte sich mit seinem ersten Saisontor (45. + 4). Der Anschlusstreffer zum 1:2 und gleichzeitig der Pausenstand.

Die Hessen versuchten, den emotionalen Schwung im zweiten Durchgang aufrecht zu erhalten, aber Tatsachen schufen die Berliner. Besonders Oliver Burke, der binnen drei Minuten per Kopf eine Flanke von Ilic (53.) verwertete und nach einem Konter (56.) den Dreierpack schnürte. Im Angesicht des 1:4 reagierte Toppmöller zeitnah, brachte nach einer Stunde Oscer Højlund, Knauff und Burkardt für Chaibi, Hugo Larsson und Bahoya.

Der Effekt in vorderster Front blieb zunächst aus, auch weil neben dem Niederschlag über dem Stadtwald auch die Ungenauigkeiten im Frankfurter Passspiel zunahmen. Alsbald berappelten sich die Adlerträger aber wieder. Ritsu Doan mit feinem Schlenzer (74.) und der eingewechselte Michy Batshuayi (79.) am kurzen Pfosten waren einem Einschuss am nächsten. Hinten vereitelte Kaua Santos in bester Eins-gegen-eins-Manier gegen Burke die Vorentscheidung (78.).

Es war ein erster kleiner Schritt Richtung Hoffnungsschimmer, zumal Can Uzun in der 80. Minute aus etwa zwölf Metern auf 2:4 stellte. Aus der tollen Reaktion wurde rasch Tollhausstimmung im mit 59.500 Besucherinnen und Besuchern ausverkauften Deutsche Bank Park, als Schiedsrichter Sven Jablonski auf Hinweis des Video Assistant Referees zum Monitor lief und nachträglich auf Elfmeter für die SGE entschied. Jonathan Burkardt nahm sich der Sache an und drosch die Kugel vor der Nordwestkurve zum 3:4 in die Maschen (87.). Schließlich hatte auch noch FCU-Coach Steffen Baumgart Redebedarf und sah Rot (90.). Und das Beste aus Sicht des Gastgebers: Zehn Minuten Nachspielzeit!

Es wurde ein Drahtseilakt, alles nach vorne und auf den Ausgleich, aber bitte nicht das Fünfte. Am Ende wurde es keine beider Optionen, der neutrale Fan hatte sicher seinen Spaß, die Adler neben moralischen Punkten zum zweiten Mal nach dem 1:3 gegen Leverkusen nichts Zählbares auf dem Konto. Die nächste Gelegenheit bietet sich am kommenden Samstagabend zur Topspielzeit um 18.30 Uhr im Traditionsduell bei Borussia Mönchengladbach..

Stimmen zum Spiel

Dino Toppmöller: Das ist eine total unnötige und bittere Niederlage. Wir sind gut ins Spiel reingekommen, auch in die gefährlichen Zonen gegen einen tief stehenden Gegner. Wir kamen zu Durchbrüchen, hatten eine gute Boxpräsenz, genügend Frische war auch da. Wenn wir noch sauberer spielen, kommen wir zu noch mehr Abschlüssen. Trotzdem gehen wir mit 0:2 in Rückstand. Ein simpler Fehler vor dem 0:1, aus einem eigenen Einwurf kriegen wir nach einem Konter das 0:2. Durch den Anschlusstreffer gehen wir mit positivem Gefühl in die Halbzeit und haben die Hoffnung, dass es noch unser Spiel werden kann. Dann haben wir wieder einen Ballverlust in der gefährlichen Zone, und da war Union heute sehr effizient. Normalerweise müssen die Anzahl an Chancen und drei Tore reichen, um dieses Spiel zu gewinnen. Mit so vielen einfachen Ballverlusten kannst du aber nicht gewinnen. Nach dem 1:4 wird es natürlich schwer, nur bei diesem Gegentor hat die Restverteidigung nicht gepasst. In der letzten halben Stunde sind wir angerannt mit allem, was wir hatten, haben alles reingeworfen, wir haben Moral gezeigt, das war extrem gut. Das entscheidende Quäntchen hat gefehlt, und Rönnow hat einige Schüsse gut gehalten. Wir hatten immer eine gute Energie, die Einwechsler haben es gut gemacht. Am Ende hat es nicht gereicht, das haben wir uns selber eingebrockt. Dann ist das ein gebrauchter Tag, wie er im Fußball vorkommt. Jetzt ruhen wir uns zwei Tage aus, schütteln uns und schauen dann auf Gladbach.

Robin Koch: Wir haben zu viele Fehler gemacht und die Tore hergeschenkt. Zum Schluss haben wir alles probiert, hier kann man der Mannschaft, was den Einsatz angeht, keinen Vorwurf machen. Es waren einfach zu viele Fehler. Gegen Union ist es sehr unangenehm zu spielen – das weiß man vorher. Zu viele Fehler, daher die Gegentore. Unsere Fans haben ein extrem gutes Gespür für Spiele. So auch für dieses. Natürlich wollten wir zum Jubiläum mit einem Sieg herausgehen und mit den Fans feiern. Das hat nicht geklappt. Aber wir können uns immer auf die Jungs auf der Tribüne verlassen. Das hat man wieder gesehen. Wir wissen schon, woran es gelegen hat. Vor uns liegt eine längere Trainingswoche. Jetzt regenerieren wir erstmal gut, um nächstes Wochenende wieder mit frischen Beinen rein zu starten.

Steffen Baumgart (Cheftrainer 1. FC Union Berlin): Der komplette Matchplan ist aufgegangen. Fast alles, was wir uns vorgenommen haben, hat gepasst. Wir wussten, dass Frankfurt gut mit Ball ist und auch Lösungen in engen Räumen findet, aber dass wir auch Umschaltsituationen bekommen. Ich möchte keinen einzelnen Spieler herausheben, wir haben als Team super verteidigt und eine sehr gute Leistung gezeigt. Natürlich können wir ein paar Kontersituationen besser ausspielen. Letztlich war es ein verdienter Sieg. Bis zum 2:4 hatte ich nicht das Gefühl, dass Frankfurt zurückkommen kann. Wir freuen uns über drei wichtige Punkte in einem sehr emotionalen Spiel. Am Ende mussten wir zittern, auch weil wir die Chance zum 5:1 nicht genutzt haben. Nach den zwei Gegentoren zum 3:4 war klar, dass das ganze Stadion kommt und das Spiel noch emotionaler wird.

 

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Bericht und Fotos von www.eintracht.de


 

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