Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach

DFB-Pokal 2024/2025 - 2. Hauptrunde

2:1 (1:0)

 

Termin: Mi. 30.10.2024, 18:00 Uhr
Zuschauer: 58.000
Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck (Freiburg)
Tore: 1:0 Ekitiké (45. +2), 1:1 Itakura (47.), 2:1 Marmoush (70.)

 

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Eintracht Frankfurt
Borussia Mönchengladbach

  • Trapp
  • Tuta
  • R. Koch
  • Theate (15.)
  • Brown (63. Nkounkou)
  • Skhiri
  • Larsson
  • Dina Ebimbe (25. Collins)
  • M. Götze (89. Amenda)
  • Matanovic (63. Marmoush)
  • Ekitiké (89. Knauff)

 


  • Nicolas
  • Scally (86. Ngoumou)
  • Itakura
  • Friedrich
  • Weigl
  • Sander (78. Plea)
  • Neuhaus (69. Hack)
  • Honorat (78. Cvancara )
  • Stöger
  • Ullrich (69. Lainer)
  • Kleindienst

 

Trainer
  • Dino Toppmöller
Trainer
  • Gerardo Seoane

 

 

Mit Moral und Marmoush

Trotz über 80 Minuten in Unterzahl schlägt die Eintracht nach einer Willensleistung Mönchengladbach mit 2:1 (1:0). Ekitiké (45. + 2) und Joker Marmoush (70.) schießen die Adlerträger ins Achtelfinale.

Im Vergleich zum 1:1 am Sonntag bei Union Berlin standen drei frische Kräfte in der Anfangsformation. Rasmus Kristensen fehlte erwartungsgemäß verletzt, Ansgar Knauff und erstmals seit Februar Omar Marmoush nahmen auf der Bank Platz. Dafür begannen Igor Matanovic und Junior Dina Ebimbe sowie erstmals für die Eintracht Nathaniel Brown.

Über den Startelfdebütant Brown liefen vor 58.000 Zuschauern einige Angriffe in der Anfangsphase über die linke Seite, die taktischen Überlegungen in der Viererkette wurden aber bereits nach 15 Minuten über den Haufen geworfen. Der als Innenverteidiger aufgebotene Arthur Theate stoppte als letzter Mann gegen den ansonsten durchbrechenden Lukas Ullrich den Ball mit der Hand, als er ausrutschte, und sah dafür folgerichtig wegen Notbremse die Rote Karte (15.).

Den ersten Abschluss danach hatte die konternde Eintracht durch Hugo Larsson, der aus der Ferne Moritz Nicolas jedoch keine Probleme bereitete (22.). Dino Toppmöller konnte erst zehn Minuten nach der Roten Karte reagieren, weil der Ball minutenlang im Spiel geblieben war und brachte Nnamdi Collins für Dina Ebimbe (25.). Taktisch war es nun eine 4-3-2-Formation gegen den Ball mit Collins auf der rechten Seite und Tuta innen neben Robin Koch.

Die Eintracht verteidigte diszipliniert mit viel Leidenschaft im tieferen Block, Gladbach hatte mehr Ballbesitz und ließ das Leder ruhig durch die eigenen Reihen laufen – fand aber nur selten die Lücke. Kam die Eintracht an den Ball, versuchte sie, schnell umzuschalten – und erzeugte damit hin und wieder Gefahr in der Hälfte der Gäste. Nennenswerte Möglichkeiten ergaben sich auf beiden Seiten jedoch kaum. Tim Kleindienst köpfte zentral über den Kasten (31.), Brown schoss deutlich drüber (34.) – das war’s bis zur Halbzeit. Fast, denn in der Nachspielzeit setzte Hugo Ekitiké zum Sololauf an, als Ellyes Skhiri den Ball gewonnen und den Franzosen an der Mittellinie auf die Reise geschickt hatte. Dieser ließ noch Marvin Friedrich in vollem Tempo aussteigen und schloss dann cool zum 1:0 ab (45. + 2).

Diese Führung hatte nicht lange Bestand, denn schon in der 47. Minute glich Gladbach durch Ko Itakuras Volleyschuss mit links von der Strafraumgrenze über den Innenpfosten aus, Kevin Trapp hatte keine Abwehrchance. Die Gäste blieben am Drücker, Florian Neuhaus zielte nur Zentimeter vorbei (49.) und Ullrichs Lupfer lenkte Trapp im Rückwärtslaufen über die Latte (52.). Die Adlerträger knüpften offensiv aber an Halbzeit eins an. Wieder durch schnelles Umschaltspiel, als Larsson Ekitiké in die Tiefe schickte und dieser das Leder über Nicolas nur knapp am Tor vorbeilegte (54.).

Nach einer Stunde kamen Marmoush und Niels Nkounkou positionsgetreu für Matanovic und Brown. Das Spielgeschehen verlagerte sich im Anschluss nach bis dahin 7:1-Abschlüssen für die Gladbacher in Halbzeit zwei mehr in die Gladbacher Hälfte, und Eintrachts Nummer sieben war sieben Minuten nach seiner Einwechslung zur Stelle. Nnamdi Collins tankte sich technisch versiert bis zur Grundlinie durch, legte auf Götze, der noch geblockt wurde. Das Leder landete im Fünfmeterraum vor Marmoush, der trotz großer Bedrängnis und vier Gegenspielern um sich die Ruhe behielt und mit Wucht einnetzte (70.).

Fortan wurde die Partie zur Abwehrschlacht mit gelegentlichen Entlastungsangriffen, unter anderem parierte Nicolas gegen Skhiri (88.). Die Eintracht hielt dem Druck aber mit viel Leidenschaft und diszipliniertem Verteidigen stand und zog ins Achtelfinale ein.

Stimmen zum Spiel

Dino Toppmöller: Es war ein packendes Pokalspiel. Ich habe beide Mannschaften von der ersten Sekunde an gut im Spiel gesehen, beide waren griffig. Dann folgte der unglückliche Moment, in dem Arthur ausrutscht und mit der Hand an Ball geht – es war ein Reflex, von unserer Seite keinen Vorwurf. Wir haben uns dann bewusst dazu entschieden, mutig zu sein und mit zwei Stürmern weiterzuspielen. Wir hatten einige laufstarke Spieler auf dem Platz, die viel Arbeit verrichtet haben. Die Kette hat mit Kevin Trapp dahinter super verteidigt. Es war ein verdienter Sieg, wir hatten aus meiner Sicht die besseren Chancen. Dass Gladbach dann mehr Kontrolle haben würde, war logisch. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft: Wir hatten mehr Spiele in den Knochen und zudem weniger Regenerationszeit. Es war ein Sieg von uns allen und ich bin sehr stolz, dass wir mit unseren erneut überragenden Fans eine Runde weitergekommen sind. Das Team steht über allem – dieser Spirit, den wir auf den Platz gebracht haben. Nnamdi Collins hat sich nahtlos eingefügt, er hat es überragend gemacht. So auch Nene Brown. In einem K.-o.-Spiel so zu funktionieren. Beide wurden vom gesamten Korsett getragen.

Nnamdi Collins: Wir sind alle glücklich nach solch einem besonderen Sieg zu zehnt. Wir werden gut schlafen können – morgen geht’s weiter, dann konzentrieren wir uns auf Bochum. Ich habe versucht, mir gar nicht so viele Gedanken zu machen und mein Herz auf dem Platz zu lassen, um der Mannschaft zu helfen. Ich weiß, die Mannschaft steht hinter mir. Wir haben die Unterzahl durch unsere gute Laufleistung kompensieren können. Wir als Mannschaft können uns immer einen Push geben, wenn wir positiv bleiben und zusammenhalten. Wenn dann noch das Stadion und die Fans dazukommen, ist es einfach atemberaubend. Beim Tor wollte ich einfach irgendwie nach vorne kommen, um zu unterstützen, den Rest haben dann Mario und Omar erledigt (lacht). Freut mich umso mehr, dass es geklappt hat.

Gerardo Seoane (Cheftrainer Borussia Mönchengladbach): Wir sind enttäuscht, es tut uns leid für alle Fans. Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren griffig, ballsicher, hatten Kontrolle und gute Angriffe, wovon einer auch zum Platzverweis geführt hat. Wir spielen lieber in Über- als in Unterzahl. Aber wir waren nicht genau genug im letzten Drittel, waren in der Schlussphase zu überhastet und hatten zu viele Ballverluste, die zu Kontern geführt haben. Wir wissen, dass die Eintracht im Umschaltspiel stark ist und haben es nicht geschafft, alle Konter zu bremsen. Das hat auch mit der individuellen Qualität von Marmoush und Ekitiké zu tun, die wir natürlich besser verteidigen wollten. Das ist uns nicht gelungen. Das 2:1 entsteht nicht aus dem Konter, sondern aus einer klaren Überzahlsituation. Der Gegner verteidigt mit sieben Mann im Sechzehner, da ist es nicht einfach, Chancen herauszuspielen. Wir waren am zweiten Pfosten oft präsent, sind aber oft zu spät eingelaufen. Außerdem wären Rückpässe öfter möglich gewesen.

 

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Bericht und Fotos von www.eintracht.de


 

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