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1. FFC Frankfurt - VfL
Wolfsburg |
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Bundesliga 2012/2013 - 20. Spieltag
2:0 (1:0)
Termin: 28.04.2013, 11:00 Uhr
Zuschauer: 3.240
Schiedsrichter: Christina Biehl (Siesbach)
Tore: 1:0 Garefrekes (15.), 2:0 Bartusiak (50.)
1. FFC Frankfurt |
VfL Wolfsburg |
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Trainer
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Die Kehrtwende Der 1. FFC Frankfurt zeigt gegen Wolfsburg die bisher beste Saisonleistung und verschiebt damit die Entscheidung im Titelkampf. Solche emotionalen Ausbrüche sind bei Siegfried Dietrich eigentlich selten. Doch wie der Manager und Investor des 1. FFC Frankfurt beim Schlusspfiff die Faust schwang, das erinnerte doch verdächtig an jenen Boris Becker, den der 55-Jährige früher als Physiotherapeut bei großen Tennismatches betreute. Dietrich ist zuletzt ja oft vorgeworfen worden, im Frauenfußball ein Artfremder zu sein, deshalb war ihm nach dem verdienten 2:0 (1:0) gegen Spitzenreiter VfL Wolfsburg danach, dies auszurufen: „Die Spiele gegen Potsdam und Wolfsburg waren für uns die Woche der Wahrheit. Die Wahrheit ist: Diese Mannschaft kann es.“ Doch offensichtlich hat es in Sascha Glass den dritten Trainer gebraucht, um die Blockaden zu lösen und Platz zwei als Minimalziel abzusichern. Der 40-Jährige wollte seinen Anteil am dritten Sieg im dritten Spiel unter seiner Regie freilich nicht überbewerten. Als Motivationstrick habe er einfach diese Ansage an seine Stars und Sternchen für den Showdown im Stadion Brentanobad gemacht: „Keiner wollte, dass Wolfsburg ausgerechnet hier die Meisterschaft feiert.“ Vielleicht hat es solche Vorgaben gebraucht. „Wir waren den Tick präsenter. Wir wollten einfach schön und schnell nach vorne spielen“, sagte Glass. „Die Körpersprache ist seit dem Trainerwechsel eine ganz andere“, konstatierte Kapitänin Nadine Angerer. „Genau erklären lässt sich nicht, was hier die vergangenen Tage passiert ist.“ Tugenden wie Lust und Leidenschaft sind jedenfalls wieder geweckt: Als beispielhaft diente das auf der rechten Verteidigerposition überragende Energiebündel Svenja Huth, die mit Torfrau Angerer nach 31 Minuten böse zusammenprallte. Für zehn Minuten musste ein „sehr gutes Topspiel“ (DFB-Direktorin Steffi Jones) unterbrochen werden, dann kehrten die beiden Nationalspielerinnen mit geklebten Platzwunden auf den Rasen zurück, als wäre nichts geschehen. Um dem Gegner richtig wehzutun, genügten am Sonntagmorgen zwei Standardsituationen: Kerstin Garefrekes war nach Ecke von Dzsenifer Marozsan mit dem Kopf (15.), Saskia Bartusiak nach Hereingabe von Melanie Behringer mit dem Knie (48.) erfolgreich. Dieser Eckstoß entsprang einem spektakulären Marozsan-Volleyschuss aus mehr als 40 Metern, den Torhüterin Alisa Vetterlein nur mühsam über die Latte gelenkt hatte. Der Gastgeber erwies sich vor 3 240 Zuschauern – darunter auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach – als das lauf- und spielstärkere Team. Und natürlich half auch das Quäntchen Glück mit, als etwa Anna Blässe nur die Latte (8.) oder die Ex-Frankfurterin Conny Pohlers nur den Pfosten traf (30.). Dennoch sprach auch VfL-Trainer Ralf Kellermann von einem verdienten Frankfurter Sieg. „Es sollte einfach nicht sein, wir waren nicht effektiv genug“, erklärte der 44-Jährige, der sich gleichwohl „weiterhin überhaupt keine Sorgen“ mache. Tatsächlich ist der Titel seinem Team kaum noch zu nehmen – dazu genügt wegen der vortrefflichen Tordifferenz ein Sieg am Mittwoch im Nachholspiel bei Bayer Leverkusen. Anschließend könnten am Sonntag im Karl-Liebknecht-Stadion bei Turbine Potsdam die Sektkorken knallen. Und dann haben die Niedersachsen mit den Finals im DFB-Pokal (19. Mai) und in der Women’s Champions League (23. Mai) noch Optionen, von denen die vielen Nationalspielerinnen im FFC-Trikot diese Saison nur träumen können. (FR Online vom 29.04.2013)
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