Praunheim unterliegt auf dem Kleinfeld erst im Finale

Niemand wollte Monika Staab, Trainerin der SG Praunheim, bei ihrem Fazit widersprechen. „Das Kleinfeld-Masters 1995 war ein voller Erfolg. So eine Veranstaltung tut dem Frauenfußball gut.“ Nur 100 Zuschauer waren allerdings am Samstagnachmittag ins Stadion am Bornheimer Hang gekommen, um sich die vier Begegnungen, die mit ähnlichen Regeln wie im Hallenfußball ausgetragen wurden, anzuschauen. Doch die Mannschaften des TSV Siegen, Eintracht Wolfsburg, Wacker München und die SG Praunheim hatten auch ohne zahlreichen Anhang genügend Anreiz, das Turnier zu gewinnen. Schließlich war für die Siegermannschaft eine achttägige Reise zur Weltmeisterschaft der Frauen in Schweden ausgeschrieben worden.

Im Finale gewann die Mannschaft des deutschen Meisters TSV Siegen 3:2 gegen Praunheim, doch Trainer Dieter Richard konnte bei aller Freude über die Reise nach Schweden den Gewinn des Kleinfeldmasters nicht als Trostpflaster für das frühzeitige Ausscheiden seiner Mannschaft in der deutschen Meisterschaft betrachten. „Ich halte von der Kleinfeldspielerei nicht sehr viel. Fußball spielt man nun einmal auf dem ganzen Feld. Doch natürlich kommt das Kleinfeld der Technik der Spielerinnen zugute. Und das Masters war auf jeden Fall eine gute Aktion, um den Frauenfußball populärer zu machen.“

Genau dies hatte Monika Koch-Emsermann, die Organisatorin des Masters, auch beabsichtigt. Mit 48 teilnehmenden Mannschaften war das Kleinfeld-Masters 1995 von Beginn an als Breitensportveranstaltung geplant gewesen. „Mannschaften wie die des FSV, die sich Chancen auf die deutsche Meisterschaft ausgerechnet haben, waren zumeist mit ihrer zweiten Mannschaft angetreten und frühzeitig ausgeschieden. Und für die Teilnehmer der Endrunde hier in Frankfurt war es ein gelungener Saisonausklang.“ Für das nächste Jahr ist auf Wunsch aller Beteiligten wieder ein Kleinfeldmasters geplant. Und mit Blick auf die leeren Tribünen sagte Frau Koch-Emsermann: „Die Endrunde vergeben wir vielleicht nicht unbedingt wieder in die Sportstadt Frankfurt.“ (FR vom 02.05.1995)

 





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