FSV Frankfurt - SG Praunheim

Bundesliga, Staffel Süd - 8. Spieltag

3:0 (3:0)

Termin: 06.11.1994
Zuschauer: 400
Schiedsrichter: Sandra Schopper (Pforzheim)
Tore: 1:0 D. Pohlmann (5., Foulelfmeter), 2:0 Smisek (21.), 3:0 Unsleber (39.)

 

 

>> Spielbericht <<

FSV Frankfurt SG Praunheim

  • Katja Kraus
  • Birgitt Austermühl
  • Anouschka Bernhard
  • Sandra Minnert (63. Stumpf)
  • Britta Unsleber (75. Milke)
  • Gaby König
  • Dagmar Pohlmann
  • Sonja Schlösser
  • Katja Bornschein
  • Birgit Prinz
  • Sandra Smisek

 


  • Pia Boss
  • Beata Fülöp
  • Astrid Hasche (46. Koch )
  • Tina Wunderlich
  • Lisa Häusler
  • Anastazja Kubiak (71. Damerau)
  • Annette Walter
  • Pia Wunderlich
  • Edit Kern
  • Grazyna Palus
  • Martina Walter

 

Trainer

  • Jürgen Strödter

Trainer

  • Monika Staab

 

 

Geschenk des Himmels prompt mit Sieg veredelt

Bitte, bitte mal 'ne Mannschaft, die sich wehrt. So lautet seit Beginn der Saison der sehnlichste Wunsch der FSV-Frauen in der Fußballbundesliga. Es macht einfach keinen Spaß mehr, 5:0 gegen Teams zu führen, die auch nach so einem klaren Rückstand keine Anstalten machen, selbst mal ein Tor erzielen zu wollen. In dieser Situation wirkte das Frankfurter Derby gegen die SG Praunheim wie ein Geschenk des Himmels.

Auch wenn die Frauen aus dem Westen Frankfurts derzeit nicht ganz an das Niveau des vergangenen Jahres anknüpfen können, so war von ihnen in diesem Prestigeduell doch wenigstens so etwas wie Gegenwehr zu erwarten. Daß das Ergebnis mit 3:0 dann doch wieder den gewohnten Umfang für den FSV annahm, liegt kurioserweise genau an dieser stärkeren Leistungsfähigkeit der Praunheimerinnen im Vergleich zur üblichen Konkurrenz. Denn so stark, daß sie den FSV zur Zeit ernsthaft in Gefahr bringen könnten, sind sie nun auch nicht. Aber das höhere Tempo kommt der FSV-Spielweise auf nahezu ideale Art entgegen. Anstatt gegen eine Abwehrmauer anzurennen, hat das Team den Platz, den es braucht, um seine drei schnellen Spitzen in Szene zu setzen.

Doch vielleicht wäre die Begegnung sogar eine Weile offengeblieben, wenn nicht das frühe 1:0 die Pläne von Praunheims Trainerin Monika Staab durcheinandergeworfen hätte, nämlich „die ersten dreißig Minuten ohne Gegentor zu überstehen“. Schon nach sechs Minuten hatte Libera Lisa Häusler, für die verletzte Sissy Raith auf diesem Posten, keine andere Möglichkeit mehr, als die allein aufs Tor zusteuernde Birgit Prinz mit einem Foul im Strafraum zu stoppen. Dagmar Pohlmann verwandelte den Elfmeter problemlos. Praunheims Dilemma zeigte sich in dieser Szene exemplarisch. Die von ihnen praktizierte Raumdeckung funktioniert nur dann, wenn die einzelnen Abwehrspielerinnen keinen Fehler machen. Das ist allerdings gegen Stürmerinnen vom Kaliber einer Katja Bornschein oder eben Birgit Prinz nicht so ganz einfach.

Auch das 2:0 entsprang einem individuellen Fehler, diesmal von Annette Walter. Ihren im Strafraum vertändelten Ball bekam Sandra Smisek vor die Füße, die dann wenig Mühe hatte, ihn an SG-Torfrau Pia Boss vorbeizubringen. In dieser Phase wurde auch das zweite Problem der Praunheimerinnen deutlich. Obwohl die beiden Spitzen Edit Kern und Grazyna Palus teilweise nicht schlecht in Position liefen, bekamen sie aus dem Mittelfeld „von Martina Walter und Pia Wunderlich keine Unterstützung“, wie Monika Staab später monierte. Die beiden hatten einfach zu viel in der Abwehr zu tun, oder glaubten dies zumindest. So war das Spiel schon nach 39 Minuten entschieden, als Birgit Austermühl eine Flanke in den Rücken der Abwehr genau auf Britta Unsleber plazierte, die zum 3:0 einschoß.

Die zweite Halbzeit war aus verschiedenen Gründen kaum noch ansehnlich. Zum einen wollten sich die Praunheimerinnen nicht noch einmal so vorführen lassen, wie bei der letzten 0:4-Niederlage an gleicher Stelle, zum anderen schaltete der FSV einen Gang zurück, was der Spielkultur überhaupt nicht bekam. Besonders das verletzungsbedingte Ausscheiden von Sandra Minnert nahm den Bornheimer Angriffsbemühungen den entscheidenden Schwung. Nur nutzte das Praunheim wenig, außer der Gewißheit, wenigstens phasenweise etwas mitgehalten zu haben. Und darüber freute sich der FSV genauso. (FR vom 07.11.1994)

 

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