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SG Praunheim - VfL Sindelfingen |
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Bundesliga, Staffel Süd - 5. Spieltag
0:0
Termin: 02.10.1994
Zuschauer: 250
Schiedsrichter: Fielenbach (Much)
Tore: ./.
SG Praunheim | VfL Sindelfingen |
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Trainer
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Trainer
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Abwehrbollwerk unbezwingbar Einfache -Fußballweisheiten sind etwas Schönes, doch nicht immer können sie einen Sachverhalt erschöpfend klären. Das 0:0 der SG Praunheim gegen den punktgleichen VfL Sindelfingen scheint eine alte Trainerweisheit geradezu herauszufordern, nämlich die: „Wer keine Tore schießt, kann auch nicht gewinnen.“ Aber mit dieser aktiven Rolle des Schießenwollens ist es allein nicht getan, denn der Gegner muß den passiven Part übernehmen und die Tore auch zulassen. An diesem Punkt haperte es jedoch in der Begegnung. „Wir wollten hier einen Punkt holen“, bekannte VfL-Trainer Rolf Mayer und angesichts der Angriffsschwäche seiner Mannschaft konnte er damit nur ein torloses Unentschieden gemeint haben, „und das ist uns gelungen“. Warum, das erklärte er auch gleich: „Wir sind den spielerischen Möglichkeiten der Praunheimerinnen mit Taktik, Disziplin und Kampfgeist begegnet.“ Seine Kontrahentin Monika Staab sah dies zu ihrem Bedauern ganz genau so: „Mein Team hat den Fehler gemacht, dem aggressiven Spiel des Gegners auszuweichen“, analysierte sie und ergänzte ihre Kritik: „Es reicht nicht aus darauf zu warten, daß einem der Ball vor die Füße fallt.“ So aber gingen zahllose Zweikämpfe schon im Mittelfeld gegen die kompromißlosen, aber nicht unfairen Sindelfingerinnen unnötig verloren und der vom Gegner gefürchtete Spielfluß kam erst gar nicht in Gang. Auch agierte Martina Walter viel zu weit in der Spitze, als daß sie ihre druckvollen Flankenläufe über die rechte Seite hätte entscheidend in die Waagschale werfen können. Trotzdem war sie an den beiden größten Möglichkeiten der Praunheimerinnen unmittelbar beteiligt. Bei der ersten (26.) ließen die Frankfurterinnen ihr Spielvermögen endlich einmal aufblitzen. Lisa Häusler schlug einen langen Paß auf Sabrina Koch, die diesen noch in der Luft mit der Hacke auf Martina Walter verlängerte. Sofort war der ganze linke Flügel des Gegners offen und die Akteurin steuerte ganz allein auf das Tor der Schwäbinnen zu. Dort allerdings bewies Nationaltorhüterin Elke Walther ihre große Klasse und klärte mit dem Fuß. Genauso souverän, aber noch spektakulärer ihre Rettungstat kurz vor Schluß. Erneut hatte sich M. Walter über rechts durchgesetzt, um das Flanken dann Pia Wunderlich zu überlassen. Die servierte den Ball maßgerecht auf den Kopf von Grazyna Palus. Doch in den Torjubel flog Elke Waither und fischte die Lederkugel noch aus dem rechten Toreck. (FR vom 04.10.1994)
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