![]() |
Eintracht Frankfurt - VfB
Stuttgart |
![]() |
Bundesliga 1994/1995 - 22. Spieltag
2:2 (0:1)
Termin: Sa 18.03.1995 15:30
Zuschauer: 21.000
Schiedsrichter: Heinz-Dieter Casper (Dortmund)
Tore: 0:1 Thomas Schneider (1.), 1:1 Kachaber Zchadadse (48.), 2:1 Ralf Weber (60.), 2:2 Fredi Bobic (69.)
Eintracht Frankfurt | VfB Stuttgart |
|
|
Wechsel
|
Wechsel
|
Trainer |
Trainer
|
Zwei biedere Teams Auf die Frage, ob die Fans der Frankfurter Eintracht mit der Leistung ihrer Mannschaft zufrieden sein können, verweigerte Präsident Matthias Ohms eine Antwort und drehte sich genervt ab. Stuttgarts Kapitän Thomas Berthold fand dafür deutliche Worte: „Das war heute eine Katastrophe und ein Gekicke, das für niemand anzusehen war.“ Damit traf er auf den Punkt. Das Spiel begann denkbar schlecht für die Frankfurter: Bereits nach 45 Sekunden landete der Ball im Netz. Nach einem Freistoß von Thomas Strunz war Martin Schneider per Kopf zur Stelle und brachte den VfB Stuttgart in Führung. Doch statt die frühe Führung als Rückenwind zu nutzen, zogen sich die Gäste zurück und überließen der Eintracht das Spiel. Frankfurt hatte viel Ballbesitz, doch es fehlte an Kreativität und Durchschlagskraft. Nur Jay-Jay Okocha versuchte mit Einzelaktionen für Gefahr zu sorgen, wurde aber oft allein gelassen. Entsprechend waren Chancen Mangelware, zudem versagte der Schiedsrichter den Adlerträgern einen Elfmeter, als Schneider im Strafraum heftig am Trikot von Jan Furtok zerrte. Phasenweise konnte bei den Gastgebern außerdem Wolf gefallen. Dagegen war Weber, diesmal im zentralen Mittelfeld eingesetzt, trotz vieler Ballkontakte und aller Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung nicht so effektiv wie in den vergangenen Begegnungen. Für den absoluten Tiefpunkt in den Frankfurter Reihen sorgte Legat, dessen Auswechslung in der Halbzeit überfällig war — abgesehen von einem spektakulären Fernschuss lösten seine seltsamen Aktionen von Mal zu Mal lautere Pfiffe gegen ihn aus. Nach der Pause präsentierte sich die Eintracht zunächst wacher und wurde dafür schnell belohnt: In der 47. Minute schlug Okocha einen Freistoß in den Strafraum, wo sich Kachaber Zchadadse durchsetzte und zum 1:1 traf. Nun war mehr Leben im Spiel. Frankfurt spielte druckvoller und ging in der 60. Minute sogar in Führung. Nach einem weiten Einwurf von Okocha bis vor das Tor der Stuttgarter, und als daraufhin im Stuttgarter Strafraum Chaos herrschte, reagierte Ralf Weber am schnellsten und traf mit einem wuchtigen Schuss zum 2:1. Damit war es jedoch schon wieder vorbei mit der Eintracht-Herrlichkeit. Bezeichnend dafür: Außer einem Okocha-Freistoß und einem Kopfball Webers blieben weitere, echte Gefahrenmomente für Torhütern Immel aus. Die Strafe dafür folgte auf dem Fuß: Der VfB, bis dahin überraschend passiv, agierte nun etwas energischer und kam in der 76. Minute zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Michael Poschner war Fredi Bobic schneller als Torhüter Andreas Köpke am Ball und traf zum 2:2. Danach durfte der als Yeboah-Ersatz verpflichtete tschechische Stürmer Josef Obajdin seine Bundesliga-Premiere feiern. Nach achtwöchiger Verletzungspause deutete allerdings nichts darauf hin, dass es ein „zweiter Kuka“ werden könnte, wie Manager Hölzenbein zu Jahresbeginn versprochen hatte. Das 2:2 war am Ende ein gerechtes Ergebnis in einem Spiel, das über weite Strecken von Ideenlosigkeit geprägt war. Besonders die erste Halbzeit war eine Zumutung für die Zuschauer. Nach dem Wechsel zeigte die Eintracht immerhin Moral, während Stuttgart erst in der letzten halben Stunde nicht mehr passiv und destruktiv agierte. Während Okocha mit seinen Dribblings zumindest zeitweise für Belebung sorgte, blieben die meisten Frankfurter blass. Ralf Weber hatte viele Ballkontakte, konnte aber nicht an seine stärksten Leistungen anknüpfen. Thorsten Legat erlebte einen besonders schwachen Abend, seine Fehlpässe und überhasteten Aktionen führten zu wachsenden Unmutsbekundungen der Frankfurter Fans. Stuttgart zeigte insgesamt ebenfalls zu wenig. Neben Bobic konnte sich nur Thomas Berthold gelegentlich in Szene setzen, und der eingewechselte Giovane Elber sorgte in der Schlussphase immerhin für etwas Schwung.
|