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Eintracht Frankfurt - Karlsruher SC |
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DFB-Pokal 1991/1992 - 3. Runde
0:1 (0:0)
Termin: 03.09.1991
Zuschauer: 10.500
Schiedsrichter: Manfred Führer (Steinhagen)
Tore: 0:1 Michael Harforth (79.)
Eintracht Frankfurt | Karlsruher SC |
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Überlegen verloren Eintracht Frankfurt hat in der dritten Runde des DFB-Pokals überraschend den Kürzeren gezogen. Vor heimischer Kulisse unterlag der Bundesligist dem Karlsruher SC mit 0:1, obwohl die Frankfurter über weite Strecken spielbestimmend waren. Es war eine Partie, die die Eintracht nie hätte verlieren dürfen. Doch wie schon in der Liga gegen den HSV ließ sie eine Vielzahl hochkarätiger Chancen ungenutzt. Der KSC, der sich fast ausschließlich auf die Defensive beschränkte, hatte mit Torhüter Oliver Kahn den überragenden Mann auf dem Platz, der die Gastgeber wiederholt zur Verzweiflung brachte. Trainer Dragoslav Stepanovic sah sich zu zwei Veränderungen in der Startelf gezwungen: Anthony Yeboah rückte für den am Knöchel verletzten Heinz Gründel in die Mannschaft, während Thomas Lasser den am Knie angeschlagenen Michael Klein ersetzte. Von Beginn an legte die Eintracht los, als wolle sie die Partie noch vor der Halbzeit entscheiden. Anders als im Ligaspiel gegen den HSV, als man erst nach einem 0:2-Rückstand aufwachte, begann Frankfurt dieses Mal mit enormem Druck und hoher Intensität. Bereits in den ersten Minuten kamen die Gastgeber zu mehreren klaren Chancen. Nach nur fünf Minuten hatte Bein die Führung auf dem Fuß, doch sein Abschluss aus halbrechter Position flog über die Latte. Kurz darauf stand Möller nach einem Doppelpass mit Binz frei vor Kahn, doch der Karlsruher Keeper parierte glänzend. Im Minutentakt erarbeiteten sich die Frankfurter weitere Möglichkeiten: Nach 24 Minuten zog Möller aus der Distanz ab, doch erneut war Kahn zur Stelle. Nur eine Minute später scheiterte Möller nach einer Kombination mit Kruse erneut am überragenden Schlussmann der Gäste. Die Frankfurter präsentierten sich spielerisch in Bestform und kombinierten flüssig durchs Mittelfeld. Was fehlte, war die letzte Konsequenz im Abschluss. Auf der anderen Seite zeigte der KSC kaum Ambitionen nach vorne und kam nur ein einziges Mal gefährlich vors Tor, doch Torhüter Stein parierte Schütterles Schlenzer mit dem Fuß. Die erste Halbzeit war ein einziges Anrennen der Gastgeber, doch trotz zahlreicher Möglichkeiten ging es mit einem torlosen Remis in die Pause. Nach der Halbzeit flachte das Spiel der Frankfurter etwas ab. Die Eintracht blieb zwar überlegen, doch die Karlsruher Defensive, allen voran Libero Kreuzer und Torhüter Kahn, machte es den Hessen zunehmend schwerer. Stepanovic versuchte, mit einem Wechsel neuen Schwung zu bringen: Nach einer guten Stunde ersetzte Edgar Schmitt den glücklosen Kruse und feierte damit sein Pflichtspieldebüt für die Eintracht. Doch auch dieser taktische Impuls änderte wenig am Verlauf des Spiels. Die Gastgeber verfingen sich immer wieder in der geschickt aufgestellten Abseitsfalle der Gäste, und mit zunehmender Spieldauer schlichen sich Ungenauigkeiten ins Kombinationsspiel ein. Die Strafe für die mangelnde Chancenverwertung folgte in der 79. Minute: Nach einem Missverständnis zwischen Weber und Schmitt im Mittelfeld schnappte sich Schütterle den Ball und schickte Harforth auf die Reise. Der Karlsruher Angreifer setzte sich im Laufduell gegen Roth durch, behielt vor Stein die Nerven und schob den Ball abgeklärt zum 1:0 ins Netz. Es war die erste wirkliche Chance der Gäste – und sie saß. Fast im direkten Gegenzug hätte Binz das 1:1 erzielen können, doch aus fünf Metern schob er den Ball knapp am Tor vorbei. Die Karlsruher retteten den knappen Vorsprung über die Zeit und zogen damit in die nächste Runde ein. Für die Eintracht blieb nur die bittere Erkenntnis, ein Spiel verloren zu haben, das sie eigentlich klar hätten gewinnen müssen. Trotz spielerischer Dominanz und einer Vielzahl an Chancen scheiterte Frankfurt einmal mehr an der eigenen Abschlussschwäche. „Das war ein Spiel, das wir nie hätten verlieren dürfen“, resümierte ein sichtlich enttäuschter Stepanovic nach der Partie. „Doch ohne Tore kannst du nicht gewinnen – so einfach ist das.“
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