1. FC Rödelheim 02 - Eintracht Frankfurt

Testspiel 2001/2002

1:8 (0:4)

Termin: 07.05.2002
Zuschauer: 800
Schiedsrichter:
Tore: Sasa Ciric (4), Andreas Menger (2), Rolf-Christel Guié-Mien, Gerd Wimmer

"100 Jahre 1. FC Rödelheim 02"

 

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1. FC Rödelheim 02 Eintracht Frankfurt

     



 

Wechsel
Trainer

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Erst ein Test in Rödelheim, dann einer bei Gábor Várszegi

"Wir wissen, dass wir unter Zeitdruck stehen, doch wir wollen den besten Trainer zu Eintracht Frankfurt holen und werden bis Ende nächster Woche einen präsentieren", verkündet Vorstandschef Gábor Várszegi, um zu ergänzen: "Bis zur Entscheidung über die Trainerfrage wird es keine Vertragsabschlüsse mit Spielern geben." Es geht also weiter, das Warten. Denn außer Nikolov, Wiedener, Streit, Jones und Speranza sowie Rada, Guié-Mien, Kryszalowicz und Branco, die die Eintracht gerne abgeben würde, ist die Zukunft von vielen Profis noch ungeklärt. Bindewald lehnt das erste Angebot ab, Schur will sich kurzfristig entscheiden und Gemiti, Rosen, Ciric, Mutzel sowie Rasiejewski sind noch ohne Vertrag. Weitere Klärung sollen hier Einzelgespräche mit den Spielern bringen, die der Fotex-Chef höchstpersönlich für Mittwoch angekündigt hat. Doch nicht nur bei den Spielern, auch bei den Mitarbeitern der AG wächst auf allen Ebenen die Angst, dass der Ungar ihnen kurzfristig kündigt.

Doch vor einer Entscheidung geht es für die hochbezahlten Profis zunächst zu einem ersten Kehraus-Spiel auf die Sportanlage “An der Westerbach“ im Frankfurter Ortsteil Rödelheim, wo Alfred Pfaff beim FC von 1947 bis 1949 in der Oberliga Süd spielte, bevor er zur Eintracht wechselte. Heute ist der FC Rödelheim, der in diesen Tagen sein 100-jähriges Jubiläum feiert, Tabellensiebter der Bezirksoberliga Frankfurt-West. Beim Tabellensiebten der Zweiten Liga sitzt noch immer Armin Kraaz auf der Trainerbank, der trotz eines gültigen Vertrages zu seinen Zukunftsaussichten nur sagen kann: "Ich weiß es nicht." Erst im Juli wird schließlich bekanntgegeben, dass der 36-Jährige künftig im Bereich des Scoutings und Spielbeobachtung tätig sein wird.

Ohne die WM-Fahrer Kryszalowicz und Yang sowie die U 21-Nationalspieler Preuß, Gemiti und Jones, die an einem internationalen Turnier in Toulon teilnehmen, setzt der Trainer zum Ende der langen Saison noch einmal alle Spieler ein. Trotz angezogener Handbremse wird es eine deutliche Sache vor den gut 800 Zuschauern, bei der die Eintracht bereits zur Pause mit 4:0 in Führung geht. Nachdem die Gastgeber in der zweiten Halbzeit den vielumjubelten Ehrentreffer erzielen, darf sich in der Schlussviertelstunde Torhüter Menger als Stürmer probieren. Mit Erfolg, denn immerhin erzielt er zwei Tore zum 8:1-Endstand, bei dem sich auch Ciric mit vier Treffern sowie Guié-Mien und Wimmer in die Torschützenliste eintragen können.

Gleich am nächsten Vormittag geht es für die Profis weiter, allerdings nicht auf dem Trainingsplatz, sondern in einem Hotelzimmer. Denn Gábor Várszegi und Fotex-Geschäftsführer Kenedi, der auch als Dolmetscher fungiert, haben zu jeweils halbstündigen Einzelgesprächen geladen. "Wir haben uns über die sportliche Situation unterhalten. Er wollte sich über die Sichtweise der Spieler informieren", meint Uwe Bindewald und Oka Nikolov ergänzt: “Es war ein lockeres Gespräch in angenehmer Atmosphäre“. Allerdings ahnen beide ebenso wie die meisten ihrer Kollegen nicht, dass die Gespräche mit einer versteckten Kamera aufgezeichnet werden. Lediglich Dirk Heinen entdeckt das Objektiv und ist davon natürlich wenig begeistert.

Keinen Gesprächstermin haben Ciric und Mutzel bekommen, deren Verträge am 30. Juni auslaufen. "Es hatte keiner den Mut, mir zu sagen, dass man mit mir nicht mehr plant", erklärt Ciric enttäuscht und auch Mutzel hat das Thema Eintracht scheinbar abgehakt: "Tony Woodcock hat mir vor sechs Wochen gesagt, dass man mit mir plant und ich in der darauf folgenden Woche ein Angebot bekomme. Auf das warte ich bis heute." So wechseln beide in die erste Bundesliga, Ciric nach Nürnberg und Mutzel zum VfB Stuttgart. Auch Uwe Bindewald zögert noch, wird aber schließlich einen Zweijahresvertrag ebenso annehmen, wie dies Alexander Schur unmittelbar nach der Unterhaltung mit seinem neuen Boss tat. (tr)

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