Eintracht Frankfurt - MTK Budapest
                                                      (Vörös Lobogo)

Freundschaftsspiel 1956/1957

3:3 (1:3)

Termin: 19.12.1956, Flutlichtspiel
Zuschauer: 5.500
Schiedsrichter: Dietrich (Salmünster)
Tore: 1:0 Hans Weilbächer (15.), 1:1 Hidegkuti (17), 1:2 Bödör (43.), 1:3 Hidegkuti (44.), 2:3 Hans Weilbächer (62.) , 3:3 Alfred Pfaff (90.)

>> Spielbericht <<

Eintracht Frankfurt MTK Budapest

 


  • Veres
  • Kovacz II
  • Kovacz III
  • Kovacz I
  • Bödzai
  • Sipos
  • Bödör
  • Palatos
  • Hidegkuti
  • Karasz
  • Szymczak

 

Wechsel Wechsel
  • Solnar für Bödzai
Trainer Trainer
  • Béla Volentik

 

 

Glanzspiel zum Abschied

Wie schade, daß nur etwas mehr als 5000 Zuschauer zum Abschiedsspiel des MTK an den Riederwald kamen. Dieses Flutlichtspiel hätte einen Massenbesuch verdient. Hidegkuti und seine Männer zauberten eine Halbzeit lang wie im Mai Vörös Lobogo beim 5:1 gegen Eintracht/Kickers, die Frankfurter steigerten sich nach der Pause wie in ihren besten Nachtspielen des Sommers. Man vergaß die Kälte, den Frost, man klatschte mit klammen Fingern Beifall und war ein wenig traurig bei dem Gedanken, diesen MTK vielleicht nicht mehr zu sehen.

Man muß bei den Gästen beginnen, wenn man von diesem Spiel erzählen will. Sie zeigten eine Stunde lang den wunderbarsten Fußball, den man sich denken kann. Manchmal sah es aus, als hätte die Eintracht gar zu viel Respekt vor diesen Könnern und Virtuosen. Und doch war niemand ein echter Vorwurf zu machen. Die Außenläufer liefen, die zurückgezogenen Halbstürmer liefen, und doch erhaschten sie nur selten den Ball, den sich die Ungarn wie an einer Kette zureichten, und der immer wieder den Spieler ansteuerte, der freistand.


Oft sah es aus wie ein Spiel im Stand. Aber nur der Mann mit dem Ball verharrte, die anderen liefen neu in Stellung. Erst wenn die Chance winkte, startete man auch mit dem Leder am Fuß. Wie jagte doch der „alte" Hidegkuti in den freien Raum, als ihm Karasz vom Mittelfeldkreis die Steilvorlage zum Ausgleich servierte, wie pretschte doch der Junge Bödör beim zweiten Treffer von Rechtsaußen zum Elfmeterpunkt!

Bödör vertrat den großen Wirbelwind Sandor, von dem es heißt, daß er zusammen mit Sipos, der erst linker Läufer und später Stopper spielte, in Brüssel zu Honved gestoßen sei. In der Deckung standen die drei Kovacz, von denen zwei Brüder sind, und 45 Minuten lang der großartige Mittelläufer Bördzai. Um Hidegkuti scharten sich mit Palatos und Karasz brillante Halbstürmer. Oft wanderte der Ball zwischen Hidegkuti und Karasz vier-, fünfmal hin und her, ohne daß ein Eintrachtler dazwischen geriet. Schüsse von Karasz und Kovacz I, die Handbreiten über der Latte lagen, riefen Beifallsstürme hervor, ebenso wie das dritte Tor, bei dem "Meister" Hidegkuti eine Flanke aus der Luft anschnitt wie ein Tischtennisspieler den kleinen Ball und ins kurze Eck drehte.

Daß die Eintracht in der zweiten Hälfte prächtig herauskam und nicht, wie viele erwarteten, unterging, war das Großartige am Spiel. Die Ungarn brillierten noch am Ball, aber sie waren doch etwas müde von all den Anstrengungen der letzten Wochen. Die Eintrachtler sahen ihre Chance und nutzten sie. Pfaff glückte mehr als in der ersten Hälfte, Weilbächers Radius wurde immer größer. Plötzlich legte auch der vorher noch etwas behutsame Kreß einige seiner alten Spurts ein. Die beste Eintrachtkombination des Spieles gab durch Kreß nur ein Abseitstor, aber dann führte seine Vorlage durch Weilbächer zum Anschlußtreffer, der die Energien noch steigerte. Schließlich war der Ausgleich im letzten Augenblick durch Pfaff nicht unverdient, wenn man die Chancen addiert, die vorher nichts einbrachten. (Bert Merz in 'Der neue Sport' vom 24.12.1956)

 

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