Athletico Madrid - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1950/51

3:4 (2:1)

Termin: 24.12.1950 in Madrid
Zuschauer: 45.000
Schiedsrichter: Marraon
Tore:1:0 Maseoro (14.), 1:1 Willi Kraus (17.), 2:1 Maseoro (43.), 2:2 Hubert Schieth (50.), 3:2 Ben Barek (65.), 3:3 Hubert Schieth (68.), 3:4 Friedel Reichert (79.)

 

 

>> Spielbericht <<

Athletico Madrid Eintracht Frankfurt

  • Marcel Domingo
  • Pedro Mascaro
  • Larbi Ben Barek
  • Henry Carlsson
  • Adrian Escudero
  • Jose Juncosa
  • Alfonso Silva
  • Alfonso Aparicio

 


 

Trainer
  • Mago Herrera
Trainer

 

 

 

Schieth übertraf selbst Ben Barek

Spanischer Beifall für Frankfurt

55000 Zuschauer sahen Eintracht Frankfurt aufspielen - Henig, Bechtold großartig

Nach mehr als zehn Jahren Pause statteten erstmals deutsche Fußballmannschaften einen Besuch bei dem durch hochbezahlten Berufsfußball verwöhnten spanischen Publikum ab. Daß als Gegner FSV und Eintracht Frankfurt ausgewählt wurden und daß dabei beide für den deutschen Fußball nach Ansicht des spanischen Publikums eine saubere Visitenkarte abgaben, darf den Frankfurter Fußballsport mit Stolz erfüllen.

Saison 1950Auf den ersten Blick hatte die Eintracht die schwerere Aufgabe. Trotzdem gestalteten die "Adlerträger" am Heiligen Abend ihr erstes Antreten zu einem eindrucksvollen 4:3-Erfolg über den Vorjahresmeister Atletico Madrid, der auch heuer wieder punktgleich mit dem FC Sevilla an der Spitze liegt. Bei kühlem Wetter, aber strahlend blauem Himmel waren rund 40000 Besucher erschienen, die auch nicht durch eine viertelstündige Verspätung (Omnibuspanne der Deutschen) aus ihrer erwartungsvollen Stimmung gebracht wurden. Allgemein galt der spanische Meister, der mit seinem Klassesturm — der Negerstar Ben Barek führte die Fünferreihe an, während der Schwede Carlson halbrechts stürmte — als Favorit. Auch die Flügelstürmer Escudero und Juncosa sowie der Halblinke Maseoro zählten ebenfalls wie die Läufer Silva, Aparicio und der aus Frankreich stammende Torhüter Domingo zu den internationalen Stars dieser berühmten Ballkünstler-Elf.

Schieth manövrierte alle aus

Erwartungsgemäß sah es in den ersten Minuten für die Eintracht, die auch in Spanien ohne Giller und Kudras antreten mußte, nicht rosig aus. Der in der 14. Minute von der Strafraumgrenze aus von Maseoro erzielte Führungstreffer nach vorausgegangener Musterkombination der gesamten Stürmerreihe war hoch verdient. Doch bereits drei Minuten später gab Schieth eine herrliche in MadridEinzelleistung zum besten, täuschte zum Schluß den herauslaufenden Domingo und legte den Ball dem Linksaußen Krauß so schußfertig vor die Füße, daß dieser nur noch zum Ausgleich einschieben brauchte.

Trotz besseren Spiels der Madrider in der ersten Halbzeit konnte das 1:1 vor allem durch die hervorragende Abwehr Henigs im Tor und die prächtige Leistung des Läufers Bechtold bis zur 43 Minute gehalten werden. Wieder war es hier der schußgewaltige Maseoro der den 2:1-Halbzeitstand erzielte.

Nach Seitenwechsel ging Atletico voll aus sich heraus, ohne jedoch in der 50. Minute nach einem schönen Wechselspiel zwischen Pfaff und Schieth durch letzteren das 2:2 verhindern zu können. Als nach einer etwas harten Entscheidung des Schiedsrichters Marraon in der 65. Minute ein Freistoß für Madrid verhängt wurde, brachte der Marokkaner Ben Barek durch unhaltbaren Kopfstoß Madrid 3:2 in Führung. Wiederum drei Minuten später schoß der an diesem Tage vorzüglich aufgelegte Schieth durch Bombenschuß zum 3:3 ein Das war das Signal für den überraschend kommenden Endspurt der Frankfurter Elf, die jetzt sogar von den Zuschauern angefeuert wurde.

Heimatliche Weihnachtsklänge im Radio

Blitzschnell wanderte jetzt der Ball durch die einzelnen Reihen der Mannschaft und das spanische Publikum erkannte durch seinen objektiven Beifall ebenso die Leistung der deutschen Mannschaft an, wie es auch nicht zögerte, seiner Enttäuschung über die eigene Elf Ausdruck zu verleihen. In der 79. Minute fiel die Entscheidung für die Gäste. Auf Vorlage von Schieth lief der junge Rechtsaußen Reichert durch und erzielte an dem herausstürzenden Domingo vorbei den Siegestreffer. Die Zuschauer dankten am Schluß der siegreichen deutschen Mannschaft mit herzlichem Beifall. Die Elf verlebte den Heiligen Abend im Hotel „Rex" und hörte in einem von dem Pförtner besorgten Radioapparat unter dem mitgebrachten Weihnachtsbaum die Weihnachtssendung der Heimat. (aus dem 'Sport-Magazin' vom 27.12.1950)

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