FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1932/33

1:3 (0:0)

Termin: 17.06.1933
Zuschauer: 1.000
Schiedsrichter: Becker (Mainz)
Tore: 0:1 August Möbs (61.), 0:2 Bernhard Leis (68.), 1:2 Scherm 76.), 1:3 Stefan Hemmrich (82.)

 

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FSV Mainz 05 Eintracht Frankfurt

 


 

Trainer
  • Julius Etz
Trainer

 

 

Aus dem goldenen Mainz

Mainz 05 — Eintracht Frankfurt 1:3 (0:0).

Auch aus diesem erneuten Kräftemessen mit dem süddeutschen Dritten konnte Hessens Meister nur als zweiter Sieger hervorgehen. Allerdings überboten sich die Mainzer Stürmer diesmal im Auslassen klarster Torgelegenheiten, sonst hätten sie zu einem für sie günstigeren Ergebnis kommen müssen. Qualitativ bot das Treffen nichts besonderes. Das konnte man kurz vor Schluß der Saison auch nicht erwarten. Die durch andauernde Niederschläge hervorgerufenen ungünstigen Bodenverhältnisse stellten im übrigen an die Spieler hohe Anforderungen, dazu kam weiterhin, daß eine Anzahl der beteiligten Akteure eben erst aus anstrengender Berufsarbeit heraus aufs Spielfeld kam. Diese beiden Umstände trugen sehr dazu bei, um das Niveau des Kampfes herabzudrücken. Etwa 1000 Zuschauer wohnten dem Treffen an. Sie erlebten zwei voneinander sehr verschiedene Halbzeiten. Denn während die mit Ersatz für Schütz, Gramlich, Trumpler, Ehmer und Mantel erschienenen Gäste im Verlauf des ersten Aktes zu keiner einheitlichen Leistung kommen konnten und ihrem Gegner fast ausschließlich die Initiative zu überlassen gezwungen waren, sah man nach dem Seitenwechsel die Eintracht deutlich dominieren. Nach torlosem Pausenstand reiften im zweiten Teil des Treffens in ziemlich gleichmäßigen Abständen sämtliche Erfolge. Zunächst konnte Möbs in der 16. Minute den Bann brechen. Leis, der heute im Angriff stand, ließ 7 Minuten später Nr. 2 folgen. In der 37. Minute erzielte Hemmerich sogar noch ein drittes Tor für Frankfurt. Die Einheimischen, die, nachdem sie sich mit 0:2 im Nachteil sahen, wieder aggressiver geworden waren, vermochten im Anschluß an einen Eckball in der 31. Minute durch Scherm ihren einzigen Treffer zu erzielen.

Angesichts des zahlreichen Ersatzes ist eine Kritik der Gäste nicht gut möglich. Zudem standen verschiedene Leute auf ungewohnten Posten. Die große Spielerfahrung verhalf einmal mehr der Eintracht zu einem Siege über einen Gegner, der in diesem Treffen bestimmt nicht an Können unterlegen war und dem Verlaufe der Partie entsprechend ebenso gut hätte gewinnen können. Im Vergleiche zu dem Fronleichnamsspiel gegen Wiesbaden leisteten die Mainzer im gesamten betrachtet, diesmal erheblich Besseres. Sie hatten aber auch gegen ihre mainischen Gäste ihre derzeit stärkste Mannschaft zur Stelle. Wenn es ihnen trotzdem nicht gelang, zu einem durchaus möglichen positiven Erfolge zu kommen, so ist dies wohl in allererster Linie dem in seiner Unproduktivität kaum noch zu übertreffenden Spiel Scherms zuzuschreiben. Durch seine Tändeleien und Mätzchen war der Nürnberger seinem Angriff ein Hemmschuh. Er verdarb die aussichtsreichsten Vorstöße und erleichterte durch die Umständlichkeit seiner Aktionen der gegnerischen Abwehr die Arbeit ganz wesentlich.

Da das Spiel sehr fair durchgeführt wurde, hatte der Schiedsrichter Becker vom Reichsbahn-SV. Mainz ein leichtes Amt, das er ohne Tadel versah.      Hedi. (aus dem 'Kicker' vom 20.06.1933)

 

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