VfL Neckarau - Eintracht Frankfurt

Süddeutsche Meisterschaft, Gruppe Nord-West 1931/32 - 6. Spiel

2:0 (0:0)

Termin: 14.02.1932
Zuschauer: 10.000
Schiedsrichter: Fuchs (Saarbrücken)
Tore: 1:0 Zellner (52.), 2:0 Zeilfelder (88.)

 

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VfL Neckarau Eintracht Frankfurt

  • Dieringer
  • Brose
  • Meister
  • Schmitt
  • Lauer
  • Größle
  • Nagel
  • Bermer
  • Möhler
  • Zeilfelder
  • Zellner

 


 

Trainer
Trainer

 

Noch eine Sensation: VfL Neckarau schlägt die Eintracht

VfL. Neckarau — Eintracht Frankfurt 2:0.

Irgendwo ist einmal behauptet worden, die Frankfurter Eintracht mache die Meisterschaft der nordwestlichen Zone im Rühren. Heute wird das niemand mehr so ohne alles weitere unterschreiben. Hat man das Unentschieden des Frankfurter Favoriten gegen die Mannschaft von Toni Unseld noch für ein Zufallsresultat gehalten, so muß man sich doch heute, nach der Niederlage der Eintracht im Mannheimer Stadion gegen den Rheinzweiten Neckarau gestehen, daß die Eintracht verwundbar ist.

Technisch, ja, da sind die Frankfurter unerreicht und stehen den Nürnbergern, Fürthern und Münchnern in ihrer Glanzzeit nichts nach. Aber die Eintrachtmannschaft kann sich nicht begeistern, kann nicht über sich selbst hinaus wachsen. In Mannheim hat die Mannschaft zwar mit viel Kunst und technischem Brillantfeuerwerk gespielt, aber sie war doch etwas lendenlahm. Oder sollte eine unserer schärfsten Waffen für die deutschen Endspiele stumpf geworden sein, ehe auch nur ein Gang um die „Deutsche" getan wurde? Mir ist es vorgekommen, als spiele da eine Professionalmannschaft, die sich im Lohnstreik befindet. Womit natürlich gegen die Amateureigenschaft der Eintrachtler nichts gesagt sein soll.

Es mag möglich sein, daß die Besonderheiten des teils getauten, teils gefrorenen Spielfeldes die Eintrachtelf daran hinderte, ihr bestes Spiel zu spielen. Aber schließlich waren ja auch die Neckarauer von den gleichen widrigen Umständen betroffen und spielten doch ein ebenso hinreißendes wie aufopferndes Spiel. Wenn einmal der Satz richtig war, daß Elan und Siegeswille einen Kampf gegen besseres Können entschieden haben, so ist er für dieses süddeutsche Endspiel im Mannheimer Stadion richtig.

Die Eintracht mußte für Schaller Ersatz einstellen. Wie man hörte, soll Schaller beim Training nicht unerheblich verletzt worden sein. Aber das Fehlen eines einzigen Mannes darf nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein.

Während der ganzen 90 Minuten war Eintracht tonangebend, spielte mit erhabener Sicherheit gegen die schwer werkelnden Neckarauer. Pfister im Tor hatte beinahe kaum etwas zu tun, denn selten kam es vor, daß die beiden Backs Pfeiffer und Stubb den Neckarauer Sturm durchließen. Stubb war nicht zu schlagen und Pfeiffer spielte, nachdem er für den etwas ramponierten Gramlich in die Läuferreihe gegangen war, ein fehlerfreies Halfspiel, genau so wie Mantel auf der linken Seite. Leis ist ein guter, aber kein überragender Mittelläufer. Er schafft treu und bieder sein Pensum. Aber geniale Züge eines Kalb oder eines Leinberger steht man bei ihm nicht. Im gesamten ist die Halfreihe das beste was wir an diesen Linien in Süddeutschland haben, denn alle drei Läufer sind technisch brillant und körperlich vorzüglich in Schuß. Was diese Leute befähigt, sowohl bei der Verteidigung auszuhelfen, als auch sofort beim Angriff wieder hinter der Stürmerreihe zu stehen. Frankfurts Läuferreihe spielt das elastischste Halfspiel in Süddeutschland. Im Sturm ist Trumpler, der auf Rechtsaußen stürmte, technisch unerreicht und steht in der Schnelligkeit keinem seiner sehr raschen Nebenleute nach. Er und Kellerhoff am linken Flügel waren die hauptsächlichsten Träger der Angriffe. Kellerhoff sollte körperlich etwas stärker sein, Moebs und Cron, die beiden Innenstürmer, waren sichtlich unter Form, da ist es selbstverständlich, daß auch Ehmer als Sturmführer nicht seine beste Leistung erreichen konnte. Kläglich ist die Schießkunst der fünf Frankfurter Stürmer. Was haben diese Leute klare Chancen gehabt! Und wie ärmlich haben sie diese Chaneen verkorkst. Selbst aus zwei Meter Entfernung brachte Moebs einmal den Ball nicht ins gegnerische Tor. Und dabei stand die Partie noch 1:0 für Neckarau und wäre, wenn Moebs den Ausgleichstreffer erzielt hätte, wahrscheinlich noch von Frankfurt gewonnen worden. Ich habe nur zwei wirklich schwere und placierte Schüsse gesehen, die der Neckarauer Tormann halten mußte.

Die Neckarauer brauchten beinahe die ganze erste Halbzeit, um einigermaßen ihre Befangenheit loszuwerden: Ganz waren sie allerdings nie davon überzeugt, daß man auch in Frankfurt nur mit Wasser kochen kann. Als allerdings der Ersatzrechtsaußen Zellner ein Tor nach der Pause schoß und Minute um Minute verrann, ohne daß die hoch überlegen spielenden Frankfurter ein Tor fertig brachten, hielten auch die Neckarauer es für möglich, den großen Gegner zu schlagen. Und da kämpften sie. Kämpften wie die Löwen und hielten den Vorsprung. Ja, wenige Minuten vor Schluß konnte Zeilfelder noch einen Fehler der sorglosen Frankfurter Hintermannschaft zu einem zweiten Treffer ausnützen, der Zentner von den Herzen der 10000 Mannheimer rollen ließ, die ins Stadion gekommen waren.

Die Neckarauer Mannschaft kam nie richtig auf die Füße, war in keinem Moment eine geschlossene Einheit. Ein Wunder, daß ein solch zerrissenes Gebilde noch den Sieg holen konnte, an dem das Hauptverdienst die Verteidigung Brose und Meister hat. Die Läuferreihe konnte nur eine Aufgabe haben, nämlich die Frankfurter Angriffe zu zerstören. Angriffe aufzubauen und einleiten, das mußte schon der Sturm allein besorgen. Aber in dieser Zerstörungsarbeit waren die Außenhalfes Größle und Schmitt groß. Besonders der kleine Schmitt, der wirkungsvoller war wie Größle, dessen kaum überstandene Beinverletzung ihn daran hinderte, sich mit voller Kraft in den Kampf zu werfen. Im Sturm der Neckarauer gab es zwei Leute, die nach wenigen Minuten ihre kalte Ruhe fanden. Das war in erster Linie Zellner und in zweiter Zeilfelder. Es kann deshalb nicht wundern, daß diese beiden die entscheidenden Treffer erzielten. Zwei Tore wie sie charakteristisch in solchen Spielen sind, wenn eine Mannschaft andauernd drängt und bei der andern eben einmal einer durchbrennt und mit Glück und Geschick das Tor des Gegners findet.

!m ganzen genommen muß man den Neckarauern zugestehen, daß sie nicht ihr bestes Spiel gespielt haben. Dazu waren sie zu befangen. Warum denn bloß? Aber daß sie heldenmütig und zäh gekämpft haben. Dieser Sieg macht Neckarau in den weiteren Kämpfen gefährlich und gibt dem Interesse der Mannheimer an den süddeutschen Endspielen einen gewaltigen Auftrieb.

Als Schiedsrichter amtierte Fuchs aus Saarbrücken. Man hat ihn zu Unrecht ausgepfiffen. Der Mann versah sein Amt sehr gut und kümmerte sich einen Deubel um das Geschrei der Masse. Wenn es hart werden wollte — und das schien nach einer kleinen Entgleisung Pfeiffers und Benners so, war er zur Stelle und brachte die Spieler zur Raison. Fuchs ist einer der wenigen Schiedsrichter, die für Endspiele qualifiziert sind. (aus dem 'Kicker' vom 16.02.1932)

 


 

Neckarau schlägt Eintracht Frankfurt 2:0!

Ganz so sensationell, wie es in weiten Kreisen aufgenommen wird, ist dieses Resultat nicht. Die Frankfurter Eintracht, der große Favorit der Nordwestgruppe, hatte schon in den letzten Wochen nicht recht überzeugen können. Das Unentschieden gegen den F.V. Saarbrücken mußte aufhorchen lassen. Der Sieg in Pirmasens konnte ebenso gut dem knapp unterlegenen Gegner gehören. Und das 4:2 gegen Wormatia war mühsam genug errungen! Die heutige Niederlage, die für den Favoriten sehr heilsam sein kann, macht es nun vollends offenbar, daß die Eintrachtelf noch Schwächen besitzt und keineswegs im Handumdrehen die Meisterschaft der Nordwestgruppe erringen wird.

Auf der anderen Seite ist der V.f.L. Neckarau bis jetzt unterschätzt worden. Man hat ihn offenbar nach seinem schlechten Abschneiden in der vorjährigen „Trostrunde" eingeschätzt, ohne zu berücksichtigen, daß die Mannschaft sich seit Jahresfrist erheblich verbessert hat. So haben vor Beginn der Schlußspiele fast alle Vorschauen in dem Rheinmeister Waldhof den einzigen gefährlichen Rivalen der Frankfurter erblickt, dabei aber vollkommen übersehen, daß die Neckarauer weder im Vor- noch im Rückspiel der Gruppenmeisterschaft von Waldhof geschlagen worden waren. Inzwischen hat Neckarau gegen Wormatia und Saarbrücken gewonnen, in Pirmasens ein beachtenswertes Unentschieden erzwungen und in Mainz wohl nur deshalb verloren, weil Brose und Größle, die beiden besten Neckarauer Spieler, nicht mitwirken konnten. Der Sieg gegen Eintracht rückt die Mannheimer in den Mittelpunkt des Interesses.

Wie kam es zu dieser Niederlage des Favoriten? Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: die Eintracht brauchte nicht auf dem graslosen Platz in Neckarau anzutreten, das Spiel fand vielmehr (wie immer in den letzten Jahren) im Stadion statt. Die Eintracht hat seit 1929 in Mannheim nicht mehr auf einem Vereinsplatz gespielt, und Dr. Lampe war im Irrtum, als er neulich von den schlechten Mannheimer Spielfeldern sprach, die die Eintracht angeblich fürchte. Daß nun der Boden im Stadion ziemlich glatt war und an die Spieler große Anforderungen stellte, war für die Neckarauer mit ihrer schwächeren Technik ein größerer Nachteil als für den Gegner.

Die Eintracht tat gut daran, die Ursachen dieser Niederlage in den eigenen Reihen zu suchen!

Wie kommt es, daß der Sturm, der in den Gruppenspielen eine Unmenge Tore geschossen hatte, heute vollkommen erfolglos blieb? Das Fehlen Schallers kann einiges, aber nicht alles erklären. Der Eintrachtsturm spielte in der ersten Hälfte aus einer nur selten unterbrochenen Feldüberlegenheit bescheiden wenig Torchancen heraus, und wie er mit diesen paar Chancen umging, das war alles andere denn überzeugend. Die zweite Hälfte verstärkte diesen Eindruck noch. Wie die Stürmer in der letzten Viertelstunde bei zwei sonnenklaren, fast nicht zu verfehlenden Tormöglichkeiten daneben schossen, das wirkte geradezu lächerlich. Nehmen wir an, daß Ehmer in dieser Beziehung einen rabenschwarzen Tag hatte... Cron merkte man, namentlich solange er halbrechts stand, den Ersatzmann an, aber auch Kellerhoff, Möbs und Trumpler schossen so gut wie gar nicht! Und das nach einem oft geradezu entzückenden Feldspiel!

Die zweite Ursache der Niederlage war der Ersatztorwart Pfister, der das erste Tor nie und nimmer hätte durchlassen dürfen und auch vor dem zweiten Treffer einen sehr unsicheren Eindruck machte. Es gibt in der ganzen Rheingruppe keine Bezirksligamannschaft mit einem so schwachen Torhüter. Hätte der Neckarauer Dieringer im Eintrachttor gestanden, dann wäre das Spiel wahrscheinlich 0 :0, höchstens aber 1:0 ausgegangen!

Sturm und Torwart tragen also zu gleichen Teilen die Schuld an der Niederlage.

Natürlich bliebe diese Betrachtung einseitig, würde sie nicht auch die Widerstandskraft der Neckarauer zu den Ursachen des Favoritensturzes rechnen. Neckarau hat keineswegs von ungefähr gewonnen. Das erste Tor fiel sieben Minuten nach der Pause, und diesen kappen Vorsprung hielt die Neckarauer Verteidigung und Läuferreihe in hervorragendem Defensivspiel bis zur vorletzten Minute, in der Zeilfelder mit dem zweiten Treffer den Sieg erst endgültig sicherte.

Das Schlußtrio Dieringer, Meister, Brose war Neckaraus stärkste Waffe in diesem schweren Kampf.

Auf diesen drei Leuten ruhte die Hauptlast des Spiels, kaum jemals kamen sie zu einem längeren Verschnaufen; sie haben sich glänzend geschlagen!

Im übrigen war die Leistung Neckaraus keineswegs so überzeugend, wie das Resultat glauben machen könnte. In der ganzen ersten Hälfte fand die Mannschaft den Zusammenhang nicht. Alle ihre Aktionen wirkten zerrissen gegenüber der feinen, immer wieder durch Kabinettstückchen der Technik gewürzten Kombination der Gäste. In der zweiten Hälfte war dieser Eindruck der Frankfurter Überlegenheit nicht mehr so deprimierend. Das erste Tor bedeutete natürlich einen mächtigen Ansporn für Neckarau, und obwohl die Eintracht gerade jetzt konzentriert nach dem Ausgleich drängte, war ihr Tor mehrmals in größter Gefahr.

Daß Neckarau sich nicht so zusammenfand wie etwa gegen Wormatia, daß die Läufer, groß in der Defensive, in der Unterstützung des Sturms und im Aufbau der Angriffe manchen Wunsch offen ließen, daß der Sturm selber eigentlich nicht durch Kombination, sondern in plötzlichen, ruckartigen Vorstößen gefährlich wurde: das alles ist nur ein Zeichen für die (trotz allem) überragende Stärke der Eintracht!

Der Mainmeister ist trotz seinen wohl vorübergehenden Schwächen unzweifelhaft die beste Mannschaft der Nordwestgruppe

und er wird trotz dieser Niederlage sich in der Nordwestgruppe durchsetzen. Diesen Eindruck nahm wohl jeder mit nach Hause, der unvoreingenommen die anderthalb Stunden Spiel an sich vorüberziehen ließ. Neckarau konnte nicht besser spielen, weil der Gegner zu stark war! Welche andere Mannschaft in unserer Gruppe hat Außenläufer von der großartigen Klasse der Mantel und Gramlich! Welche hat einen Verteidiger von der Schnelligkeit und Sicherheit Stubbs! Wo sieht man so herrliches Zusammenspiel! Gestehen wir ehrlich: nirgends!

Als die Eintracht in der ersten Hälfte des Sieges gewiß war und dementsprechend spielte, wirkte sie mitunter langweilig. Als sie aber nach dem ersten Tor sich zusammenriß, lieferte sie ein Klassespiel und zeigte alle Schönheiten des Fußballspiels — bis auf den Torschuß. Selbst dem fleißigen Mittelläufer Leis merkte man in dieser Phase kaum irgendwelche Schwächen an, und der alte Pfeifer spielte besser als in seinen besten Tagen. Glänzend, wie die Außenläufer mit ihren Stürmern zusammenspielten, wie sie ständig frei standen, um den Rückwärtspaß eines bedrängten Stürmers aufzunehmen und sofort an den am günstigsten stehenden Kameraden weiterzuleiten! Kellerhoff, der beste Stürmer, lief, flankte und paßte entzückend; Trumpler stand ihm nicht viel nach, dribbelte aber zu viel; Ehmer und Möbs waren gleichfalls ausgezeichnete Feldspieler; es fehlte „nur" der krönende Schuß — aber dieses „Nur" bedeutete zwei verlorene Punkte.

Die Schwächen der Eintracht werden sich beseitigen lassen. Im übrigen wollen wir möglichst viel von ihr lernen!

Die ganze erste Hälfte über ist die Eintracht, ohne alles aus sich herauszugeben, klar überlegen. Die Läufer spielen betont offensiv. Gegenüber der fließenden Kombination der Gäste wirken die Vorstöße Neckaraus primitiv, aber sie erzwingen eine Anzahl „Ecken", während der Eintrachtsturm vor dem Tor recht harmlos erscheint. Zeilfelder wechselt bald mit Zellner, aber er kann sich gegen Leis nicht besser durchsetzen als gegen den brillanten Mantel. Die mangelhafte Technik einiger Neckarauer (Nagel!) macht sich bemerkbar. Vor dem Mannheimer Tor herrscht oft dicke Luft, aber der Eintrachtsturm schießt kaum. Endlich, kurz vor der Pause, setzt Ehmer (von links!) einen Schuß aufs Tor, aber Dieringer steht richtig. Dann schießt Möbs oben drüber, und Trumpler verdribbelt eine große Chance. Niemand ist mit dem Spiel zufrieden, das zu einseitig (und doch ohne Tore!) verläuft und den großen Zug vermissen läßt.

Das wird nach der Pause schnell anders: in der 7. Minute geht der rechte Neckarauer Flügel in Zickzack-Kombination vor, und Zellner schießt das erste Tor, das Pfister unter allen Umständen halten mußte. Jetzt hat die Eintracht sich zu wehren. Zeilfelder ist durch, allein dem Torwart gegenüber, schießt aber zu spät: eine große Chance ist zum Teufel. Die Frankfurter tauschen Möbs und Cron aus. Jetzt drängt die Eintracht mit Macht und spielt herrlichen Fußball, wie wir ihn in den bisherigen Schlußspielen auch nicht annähernd gesehen haben. Pfeifer rückt weit auf. Neckarau sucht den knappen Vorsprung zu halten und verstärkt die Deckung. Möbs schießt flach am Tor vorbei. Ehmer jagt eine Bombe, die jeder schon im Netz sah, nebendran. Aber das ist altes noch nichts gegen die Chance, die sich dem Frankfurter Mittelstürmer kurz vor Schluß bietet: eine Flanke Kellerhoffs kommt ihm drei Meter vor dem Tor vor die Füße, er steht frei, braucht den Ball nur ins Tor zu tippen, aber er haut ihn mit mächtigem Schlag daneben!!! „Jetzt hat die Eintracht verdient verloren", sage ich unter dem Eindruck solchen Versagens zu meinem Nachbar, da geht Zeilfelder mit einer Flanke Zellners unbehindert davon — alles war aufgerückt —, Pfister eilt aus dem Tor, vergeblich: souverän jagt Zeilfelder den Ball an ihm vorbei unter die Latte. So Herr Ehmer, hätten Sie es eine halbe Minute vorher machen müssen! Der Schlußpfiff des Schiedsrichters Fuchs (Saarbrücken), der viel Abseits übersah, geht unter im Jubel der 10000, die zum Teil den Frankfurtern nicht gut gesinnt waren.

*

Waldhof hat in Saarbrücken 0 :1 verloren. Pirmasens wurde in Frankfurt vom F.Sp.V. übel zerzaust. Eintracht, Neckarau und F.Sp.V., das sind einstweilen die Mannschaften, die im Vordergrund des Interesses stehen. Welche Spannung müssen da die beiden Lokalderbys des nächsten Sonntags auslösen: Eintracht — F.Sp.V., Neckarau gegen Waldhof! Die Geschichte wird interessant! (aus dem 'Fußball' vom 16.02.1932)

 

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