Alemannia Worms - Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1922/23

0:0

Termin: 30.07.1922
Zuschauer:
Schiedsrichter:
Tore: ./.

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Alemannia Worms Eintracht Frankfurt



 

Trainer
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Neue Gesichter

Eintracht Frankfurt weilte zum Abschluß der Nibelungenspiele in Worms bei Alemannia. Wie das Vorspiel, so endete auch der zweite Kampf 0:0. Der Altmeister war ohne die Stützen Egly, Schneider, Szabo und Pfeiffer. Es ging auch so, wenn auch kein Sieg errungen wurde. Die neuen Leute, Peter (früher Zweibrücken) und Schuhmacher (früher Offenbach 99), zeigten sich in bestem Licht. Der Pfälzer, anfangs auf dem ihm liegenden Posten als Linksaußen stehend, wird der Innenstürmer werden, den die Mannschaft braucht. Schuhmacher war als Stürmer sowohl wie als Verteidiger die Offenbarung des Treffens. Er spielte in jeder Beziehung glänzenden Fußball und war fraglos der beste Mann auf dem Felde. Auch in der ungewohnten Aufstellung spielte Eintracht den von ihr so oft gesehenen guten Fußball, aber zum Sieg reichte es bei der anerkannt guten Verteidigung der Wormser nicht. Auffallend war die Ruhe und Vornehmheit, mit der der Kampf durchgeführt wurde. Mölders zeigte als linker Läufer nicht erwartetes, gutes Spiel. (aus dem 'Fußball', Ausgabe 31/1922)

 

Alemannia - Eintracht Frankfurt 0:0

Alemannia Worms eröffnete vorgestern die neue Fußballsaison mit einem Privatwettspiel gegen Eintracht Frankfurt. Da das Vorspiel in Frankfurt unentschieden ausgegangen war, durfte man mit Recht auf das Ergebnis des Rückspiels gespannt sein, um so mehr, als Eintracht vor einigen Wochen gegen den Deutschen Meister, den 1. FC Nürnberg, ein 1:1-Resultat erzielt hatte. Eintracht Frankfurt trat mit folgender Mannschaft an: Wurzer, Eberlein, Lindner, Böttcher, Kirchheim, Weber, Mölders, Lemke, Schönfeld, Schuhmacher, Peter. Es fehlten also bei den Frankfurtern Szabo, Pfeiffer und Egly. Auch Alemannia hatte noch nicht ihre endgültige Aufstellung gefunden, sondern laborierte noch mit neuen Kräften, die sich zum Teil sehr vielversprechend einführten.

Der Spielverlauf selbst bewies, dass es eigentlich immer noch zu heiß für ein Fußballwettspiel ist, denn die Spieler litten stark unter der großen Hitze. Trotzdem gaben sich beide Mannschaften redlich Mühe, ein flottes Spiel vorzuführen, und man muss anerkennen, dass es ihnen ausgezeichnet gelang, ein flüssiges und vorbildliches Kombinationsspiel zu zeigen. Beide Mannschaften zeigten die selben Stärken und Schwächen, gute Verteidigungen und Läufer, dabei schwache Leistungen der Stürmerreihen. Alemannia Worms spielt durchweg leicht überlegen und hätte es bei etwas energischerem Sturm zu 3 bis 4 Toren bringen müssen. So blieb es bei den sogenannten 'todsicheren' Torchancen, ohne dass ein krönender Torschuss fiel. Genau so ging es dem Eintracht-Sturm, wenn auch zugegeben werden muss, dass für ihn die Torchancen nicht so zahlreich waren wie für Worms, weil die Wormser Verteidigung ganz ausgezeichnet abwehrte. Trotz dieser Mängel war das Spiel sehr schön, und alle Zuschauer hatten ihre Freude an den schönen Leistungen beider Mannschaften. Mit 0:0 teilten sich Worms und Frankfurt in die Ehre des Tages.

Man merkte beiden Mannschaften an, dass sie noch nicht fertig trainiert sind, und das die Aufstellung für die Verbandsspiele noch nicht endgültig gefunden ist. Bei der Wormser Mannschaft war die Verteidigung hohe Klasse; sie zeigte ein Spiel, dass direkt mustergültig war und kaum übertroffen werden kann. Auch der Wormser Torwächter war gut auf seinem Posten. Die Läuferreihe spielte sehr gut, vor allem der linke und der Mittelläufer. Der rechte Läufer war gleichfalls sehr eifrig, doch fehlt es ihm noch an Technik und taktischem Stellungsvermögen. Im Sturm war die rechte Seite besonders in der 2. Halbzeit ganz vorzüglich. So müsste unter allen Umständen so stehen bleiben. Der jugendliche Mittelstürmer zeigte beachtenswerte Leistungen und wird sich mit der Zeit gut in die Mannschaft finden. Die linke Sturmseite war schwach, halblinks spielt zu zaghaft, und dem Linksaußen fehlt noch viel Technik. Der ganzen Mannschaft können wir nur eifriges Training empfehlen. Wenn es damit nicht besser wird, dann können Erfolge auf die Dauer nicht erzielt werden. Der Schiedsrichter war in jeder Hinsicht vorzüglich, so dass beide Parteien mit ihm zufrieden sein konnten. (Mittelrheinische Sportzeitung vom 01.08.1922)

 


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