FC Frankfurter Kickers - Germania Bockenheim

Freundschaftsspiel 1904/1905

4:1 (3:0)

Termin: 09.04.1905
Zuschauer:
Schiedsrichter:
Tore: 1:0 Alfred Kalkbrenner, 2:0 Fritz Becker, 3:0 Eigentor, 3:1, 4:1 Ernst Fay

>> Spielbericht <<

FC Frankfurter Kickers Germania Bockenheim

 


 

 

Frankfurt a. M. Frankfurter Kickers — Bockenheimer Germania, 4 : 1. Am 9. April standen sich auf Kickers Platz obige Mannschaften im Wettspiel gegenüber. Der fair verlaufene Kampf endete mit obigem Resultat zugunsten des Frankfurter Meisters.

Die Hintermannschaft fand sich in ihrer neuen Zusammenstellung gut zurecht; besonders Löffler, Emmerich und Dietrich sind zu erwähnen. Die Stürmer würden mehr erreichen, wenn sie nicht zu sehr von ihrem eigenen „Ich" beseelt wären, was namentlich die zweite Spielhälfte wieder deutlich zeigte. Nichtsdestoweniger wird die Mannschaft bei tüchtigem Training noch gute Resultate erzielen.

In dem anschliessenden Wettspiel der II. Mannschaften siegten Kickers überlegen, 4 : 0. -avis- (aus "Sport im Wort")

 

 


 

 

Unsere I. Mannschaft gegen den Bockenheimer F.C. Germania I

(Sonntag d, 9. April 05)

Gewonnen mit 4:1

Unsere Mannschaft:

Kratzenberg
Löffler      Niessen
Emmerich      Dietrich      Barabas
Maeder      Kalkbrenner      Becker      Fay      Hartmann

Bockenheim hatte Anstoss, muss unseren Stürmern jedoch sofort den Ball überlassen, die alsdann das feindliche Goal belagern und sich infolge der heute ausserordentlich guten Unterstützung der Läufer längere Zeit in der Spielhälfte Bockenheims festsetzen. Germania erwehrt sich mit aller Kraft (im vollsten Sinne des Wortes) der heftigen öfters schön eingeleiteten Angriffe, indem sie die Läufer, und zeitweise auch die Stürmer zurückzieht, kann aber nicht verhindern,dass Kalkbrenner und Becker kurz hintereinander nach wirklich recht gutem Dreiinnenspiel einsenden.

Nachdem noch viele Bälle knapp darüber und daneben geschossen und von Kalkbrenner eine totsichere Chance ausgelassen worden, macht Bockenheim ein Selbstgoal, indem der linke Läufer - übrigens ein übler Vertreter des deutschen Fussballsportes - den Ball auf sein Tor tritt, in der Meinung, derselbe sei "aus" gewesen, den der Torwächter in das Netz schlägt , An den Stand 3:0 wird bis zur Pause nichts geändert.

Nach derselben ändert sich das Bild etwas, denn Bockehnheim wird zeitweise recht gefährlich, zumal unsere Läufer durch das wüste Draufgehen, der gegnerischen Stürmer sehr ermüdet sind. Es bietet sich daher unseren Verteidigern mehrfach Gelegenheit zu zeigen, ,dass auch sie technisch dem Gegner vollkommen gewachsen sind.

Löffler rettet verschiedene Male im letzten Augenblick in geradezu erstklassiger Manier, und Kratzenberg muss manchen Sohuss halten. Die inzwischen erfolgten Angriffe unsere Stürmer entbehren der nötigen Energie und werden meistens durch das rohe Spiel Bockenheims vereitelt. Zwei tadellose Schüsse von Becker und Hartmann hielt der Torwächter famos. Bockenhein erspielt durch einen hohen Drehball des linken Flügels sein einziges Tor, das bald darauf durch Fay erwidert wird.

Das Beste unserer Mannschaft war heute wieder einmal die Läuferreihe. Barabas gab in diesem seinem letzten Spiel vor seinen Weggang von Frankfurt alles her und verkörperte das Ideal eines Läufers. Dietrich spielte wie immer aufopfernd, und auoh Emmerich ließ nichts zu wünschen übrig. Die Stürmer kombinierten in der ersten Spielhälfte manchmal in der früheren als "mustergültig" bezeichneten Art, doch müssen die Angriffe noch viel schneller erfolgen. Hauptsächlich gilt dies für, die Flügelstürmer, die sich angewöhnen müssen, den Ball in schnellsten Tempo nach dem. feindlichen Tor zu bringen und zu centern ehe die gegnerischen Läufer und Verteidiger unsere Innenstürmer decken können. Bei diesen letzteren vermisst man sehr die früher vorhandene Schusssicherheit. Vor einen Jahre sah man dieselben aus jeder Lage totsicher aufs Tor schiessen; heute werden die keisten Bälle erst gestoppt ehe ein guter Schuß fällt, wodurch dem Gegner fast immer Gelegenheit geboten ist, den Erfolg zu verhindern.

Von den Verteidigern dürfte Löffler, obwohl er zum ersten Male in der ersten Mannschaft spielte, der bessere gewesen sein. Er versteht es, den Ball aus leder Lage zu seinen Stürmern zu befördern, während Niessen den Ball stoppen und zurechtlegen muss, wenn er ihn nich gerade ganz frei in Empfang nimmt . Immerhin leistete auoh er durchweg Gutes. Kratzenberg war, soweit er in Betracht kam, gut. Den einen Erfolg Bockenheims hätte er verhindern können, wenn er besser auf das Spiel geachtet hätte. (aus der Clubzeitung No. 5 der Frankfurter Kickers vom 14.04.1905)

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